Mit seiner Ansage hat Karl-Heinz Rummenigge vielen Fußballfans aus der Seele gesprochen. Der Bayern-Vorstandsvorsitzender forderte öffentlich, die Champions League müsse wieder frei empfangbar zu sehen sein.
"Wir müssen den Willen der Fans berücksichtigen und bei der UEFA alles in die Waagschale legen, damit in Deutschland ab der nächsten Rechteperiode wieder mindestens ein Livespiel im Free-TV zu sehen ist", so der 63-Jährige zur SportBild. "Wir haben eine andere Fußballkultur als in England oder Spanien", so Rummenigge, der sich aufgrund zurückgehender Zuschauerzahlen von bis zu 84 Prozent um die Sponsoringverträge sorgt. "Wir müssen aufpassen, dass sich die Champions League nicht selbst Schaden zufügt."
Da ließ der Konter des TV-Senders nicht lange auf sich warten. Sky gab den Bayern sogar eine Mitschuld an der aktuellen Rechte-Situation. "Die Ausschreibung der UEFA war – auf starken Druck der Spitzenklubs – eindeutig: Das meiste Geld gewinnt. Ohne Wenn und Aber", erklärte Sky-Manager Jacques Raynaud in der Bild.
"Sky jetzt das Ergebnis vorzuwerfen und die Voraussetzungen dafür selbst geschaffen zu haben, ist abwegig", heißt es von Seiten des Pay-TV-Kanals weiter. Für die Rechte zahlten Sky und DAZN kolportierte 600 Millionen Euro pro Saison.
Die Kritik des deutschen Rekordmeisters kommt auch deshalb überraschend, weil kein anderer deutscher Klub so viel TV-Geld kassiert, wie die Münchner.
Bis 2021 liegen die Rechte – auch in Österreich – noch bei Sky. Der Pay-TV-Kanal hat Sublizenzen an den Streamingdienst DAZN, der ebenfalls kostenpflichtig ist, abgetreten. 2021 könnte die Fußball-"Königsklasse" stark verändert werden. Spieltermine am Wochenende und eine Formatänderung auf vier Achtergruppen stehen zur Debatte. Für Rummenigge keine Option. "Da besteht die Gefahr, dass die Anzahl der ,Dead Games' eher steigt."
(wem)