Beim Bestechungsprozess gegen Bernie Ecclestone ist es am Mittwoch zu Problemen mit der Übersetzung gekommen. Eine Dolmetscherin konnte die Aussage der Formel 1-Hausjuristin Sasha Woodward-Hill nicht korrekt ins Deutsche übersetzen.
Mehrfach wurde die Übersetzerin von den Anwälten Bernie Ecclestones korrigiert, da sie Fehler in der korrekten Wiedergabe der Aussagen Woodward-Hills auf deutsch gemacht habe. Da die Juristin als wichtige Zeugin gilt, sei die fehlerfreie Wiedergabe wichtig, stellten Ecclestones Anwälte klar. Nach rund einer Stunde musste die Dolmetscherin gehen.
Die Australierin arbeitet seit 20 Jahren mit Ecclestone zusammen und gilt als eine der engsten Vertrauten des 83-Jährigen. Sollte der Brite verurteilt werden und die Agenden der Formel 1 nicht weiterführen können, gilt die Juristin als mögliche Nachfolgerin.
Zeugin weinte
Aufgrund der Übersetzungsprobleme musste Woodward-Hill einzelne Passagen mehrfach wiederholen, was der Juristin anscheinend sehr zusetzte. In einer Verhandlungsunterbrechung verließ die Australierin weinend den Gerichtssaal am Münchner Landesgericht. Auf Vorschlag Bernie Ecclestones wurde die Aussage schließlich von seiner eigenen Dolmetscherin übersetzt, die sich seit Jahren mit der Materie befasst und dadurch mit den Fachbegriffen vertraut ist. Für den 83-Jährigen wurde ein anderer Dolmetscher gefunden.
Die Übersetzungsprobleme fingen bereits bei der Abfrage der Personalien an. Woodward-Hill sagte zu ihrem Familienstand "unmarried", was die Dolmetscherin allerdings mit "I´m married" übersetzte. Dabe handelte es sich zwar noch um ein akustisches Problem, wenig später ging es um die Bedeutung des Wortes "cordial", das die Dolmetscherin mit "freundlich" übersetzte". Ecclestones Anwälte fanden den Begriff "herzlich" als passender.
Ecclestone entlastet
Trotz der Übersetzungspannen stärkte die Formel 1-Juristin ihrem Boss in einem zentralen Punkt den Rücken. Woodward-Hill widersprach der Formulierung der Staatsanwaltschaft, dass Gerhard Gribkowsky bei einem Treffen am MÜnchner Flughafen offen mit der Absetzung Ecclestones gedroht habe. "Wenn Dr. Gribkowsky mit so dieser Drohung gekommen wäre, dann wäre er mit Sicherheit in sein Flugzeug gestiegen und nach Hause geflogen", so Woodward-Hill.