Sieben Wochen alt. In diesem Alter sollte ein Katzenbaby noch bei seiner Mutter sein. Geborgen im Nest, versorgt mit Muttermilch, spielend mit seinen Geschwistern. Genau jetzt werden Immunsystem, Sozialverhalten und emotionale Stabilität geprägt.
Doch für Kater Manfredo kam alles anders. Viel zu früh wurde er von seiner Mama getrennt und aus seiner gewohnten Umgebung gerissen.
Abgegeben wurde der kleine Stubentiger mit einer nüchternen Begründung: Überforderung und keine Zeit. Für Manfredo bedeutete das den Verlust von Nähe, Sicherheit und Orientierung - in einer Phase, in der er all das dringend gebraucht hätte. Zurück blieb ein winziges Wesen, das seine Welt gerade erst entdeckt. Ein Katzenbaby, das noch lernen sollte, wie das Leben funktioniert.
Bei Arche Noah - Aktiver Tierschutz Austria in Graz fand Manfredo schließlich Schutz. Die Tierpfleger kümmerten sich sofort um ihn, gaben ihm Ruhe und Zuwendung. Zum Glück ist der kleine Kater gesund und altersgerecht entwickelt. Anfangs noch etwas schüchtern, zeigt er inzwischen sein sanftes Wesen. Er ist freundlich, vorsichtig und dankbar für jede Streicheleinheit, die ihm Sicherheit gibt.
Für die Tierschützer ist klar: Manfredos Geschichte steht stellvertretend für viele andere Jungtiere. Immer wieder landen Katzenbabys im Heim, weil Würfe nicht geplant waren oder die Verantwortung unterschätzt wurde. Ein Hoppala-Wurf, fehlende Kastration, spontane Anschaffung - am Ende tragen die Kleinsten die Folgen.
Arche Noah richtet daher einen klaren Appell an alle Tierfreunde: Verantwortung beginnt vor der Anschaffung. Wer sich für ein Tier entscheidet, übernimmt ein ganzes Leben. Für Manfredo gibt es nun die Hoffnung auf ein liebevolles Zuhause - und auf Menschen, die ihn nie wieder im Stich lassen.