Fünf Euro für einen halben Liter Leitungswasser im Einwegbecher: Ein Besuch im Wörthersee-Stadion endete für einen Kärntner und seinen Sohn mit ordentlich Ärger.
Passiert ist das Ganze beim Testspiel zwischen Real Madrid und dem ACF Fiorentina in Klagenfurt. 30.000 Fans waren im ausverkauften Stadion, die Temperaturen lagen deutlich über 30 Grad.
In der zweiten Hälfte wurde das stille Mineralwasser knapp. Als ein junger Fan gemeinsam mit seinem Vater etwas zu trinken holen wollte, wurde ihnen stattdessen Leitungswasser angeboten.
Der Preis sorgte für Staunen: Für einen halben Liter Leitungswasser im Einwegbecher wurden fünf Euro verlangt, berichtet die Kleine Zeitung. Auf Nachfrage habe das Personal erklärt, der Preis sei so vorgeschrieben.
Der Vater bezahlte, machte seinem Ärger danach aber öffentlich Luft. "Ich weiß, Kosten für Personalaufwand, Steuern, Sachaufwand etc. sind hoch, jedoch weiß ich nicht, ob dies gerechtfertigt ist", schrieb er. "Ich zahle gerne für eine Leistung, hier jedoch finde ich das äußerst überrechnet."
Der Mann wandte sich anschließend auch an das Catering-Unternehmen "Kärnten aktiv", das die Gastronomie im Stadion betreibt. Dort folgte die überraschende Reaktion: Der Verkauf des Leitungswassers um fünf Euro sei überhaupt nicht angeordnet worden.
"Es gab nie eine derartige Anweisung", sagt Geschäftsführer Martin Widrich laut Kleine Zeitung.
Grundsätzlich werde in seinem Betrieb sogar gar kein Leitungswasser ausgeschenkt. Die Wasserleitungen im Sportpark würden teilweise monatelang nicht genutzt. "Ich gebe doch nichts aus, was ich nicht selbst konsumieren würde!"
Laut Widrich waren die Kioske aufgrund der angekündigten Hitze mit Getränken ausgestattet worden. Gegen Ende des Spiels sei das stille Mineralwasser dennoch ausgegangen. Stattdessen hätte prickelndes Mineralwasser oder Eistee ohne Kohlensäure angeboten werden sollen.
Rund 400 Mitarbeiter waren im Einsatz, etwa 100 davon laut Widrich zum ersten Mal als Aushilfen. Wie es trotz eines Briefings zu dem Vorfall kommen konnte, könne er sich nicht erklären.
Für den verärgerten Vater gibt es zumindest eine Entschuldigung. Wie die Kleine Zeitung berichtet, will Widrich ihm die fünf Euro zurückzahlen.
"Der Herr möge mir bitte seine Kontonummer schicken, ich überweise ihm sehr gerne die fünf Euro zurück und das nächste Getränk geht auch auf mich."