Die Europäische Fußball-Union (UEFA) wird offenbar bereits am Mittwoch eine Dringlichkeitssitzung abhalten, um über die Pläne des Weltverbandes FIFA, Anteile der WM an private Investoren zu verkaufen, zu beraten. Dies schrieb die französische Sportministerin Marina Ferrari auf der Plattform X.
"Ich nehme die für Mittwoch anberaumte Krisensitzung der europäischen Fußballverbände zur Kenntnis. Angesichts eines Vorhabens, das das Gleichgewicht unseres Sports tiefgreifend verändern könnte, ist es unerlässlich, dass die europäischen Akteure mit einer Stimme sprechen", erklärte Ferrari in dem Beitrag.
Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass die UEFA noch in dieser Woche eine Sitzung anberaumen wolle. Demnach solle dabei auch ein möglicher Boykott der Weltmeisterschaft Thema sein.
In einer Stellungnahme hatte der Verband bereits heftige Kritik an dem Vorhaben der FIFA geäußert. Es werde "eine Grenze überschritten", teilte die UEFA mit. Sie nehme "diese Angelegenheit äußerst ernst. Das sollten auch alle nationalen Fußballverbände tun."
Britische Medien hatten am Dienstag berichtet, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino über eine neu zu gründende Tochterfirma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) Anteile an der Fußball-WM an private Investoren abtreten will – 20 bis 30 Prozent stehen im Raum, während der Fußball-Weltverband die Mehrheit am Unternehmen halten möchte und die restlichen Prozente an die Nationalverbände ausschütten wolle. Die FIFA bestätigte das Vorhaben in einer Mitteilung am Dienstagabend weitgehend. Basierend auf einer Unternehmensbewertung von 20 Milliarden US-Dollar werde die FFE in diesem Jahr bis zu 4,2 Milliarden US-Dollar aufbringen.
Wie mehrere Medien am Mittwoch berichteten, soll FIFA-Präsident Gianni Infantino den 211 Mitgliedsverbänden eine Frist bis zum 19. September gesetzt haben, um den Plänen zuzustimmen. Wie aus einem Brief, der unter anderem der "Sportschau" vorliegt, hervorgehen soll, reicht demnach eine einfache Mehrheit unter den Verbänden, um das Investoren-Vorhaben umzusetzen.
Infantino selbst könnte der neu gegründeten Firma künftig sogar selbst vorstehen. Er muss nach seiner nächsten Amtsperiode mit der geplanten Wiederwahl 2027 spätestens 2031 den Sessel als FIFA-Präsident jedenfalls räumen.