Sport

Ukraine droht wegen Timoschenko EM-Fiasko

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:33

Unruhe herrscht 39 Tage vor Beginn der Fußball-EM! Eine Bombenserie schockte das Gastgeberland Ukraine. Die Politikerin Julia Timoschenko soll im Gefängnis misshandelt worden sein. Deutschland erwägt einen politischen Boykott. Bayern-Boss Uli Hoeneß fordert mehr.

Deutschland erwägt einen politischen Boykott. Und auch Österreichs Politiker erteilen der EM auf jeden Fall eine Absage.

Timoschenko sitzt wegen angeblichen Amtsmissbrauchs in Haft, ihre Verurteilung gilt als politisch motiviert. . Wird Timoschenko nicht freigelassen, werden Kanzlerin Angela Merkel und deutsche Minister nicht in die Ukraine reisen. Jede Planung stehe unter dem Vorbehalt des Schicksals der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko sowie unter "Vorbehalt der Rechtsstaatlichkeit" in der Ukraine, hieß es am Montag aus Deutschland. UEFA-Boss Platini hingegen sieht die Auswahl des Austragungsortes postitiv: "Die Vergabe war richtig. Wir tun alles für eine sichere Fußball-EM."

Auch Österreichs Politiker boykottieren

Weder Bundespräsident, noch Kanzler oder Minister werden zur EM fahren, hieß es auf Anfrage des Radiosenders Ö3 am Montag. Aus dem Außenministerium heißt es, man verfolge die Situation im Land mit großer Sorge. Und wie mehrere Amtskollegen aus anderen europäischen Staaten hat nun auch der tschechische Präsident Vaclav Klaus seine Reise zu einem geplanten Gipfeltreffen Mitte Mai in der Ukraine abgesagt

Hoeneß: "Spieler sollen Größe zeigen"

Bayern-Boss Uli Hoeneß appelliert an die deutschen Nationalspieler. "Ich hätte vor jedem Respekt, der öffentlich Stellung zu diesem Thema bezieht. Ich traue ihnen zu, dass sie klug genug sind." Hoeneß im "Spiegel": "Die UEFA hat dem Land mit der EURO einen unglaublichen Vertrauensbonus geschenkt. Da kann man erwarten, dass die Politiker der Ukraine jedes kritische Wort von Platini akzeptieren."

Dramatischer Appell von Timoschenko-Tochter

Im Ringen um das Schicksal von Julia Timoschenko hat ihre Tochter Eugenia die Bundesregierung in einem dramatischen Appell um Hilfe gebeten. "Bitte retten Sie das Leben meiner Mutter, bevor es zu spät ist", sagte die 32-Jährige der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Eugenia Timoschenko berichtete der Zeitung weiter, ihre Mutter sei vom Direktor der Strafkolonie in Charkow mit einem Faustschlag niedergestreckt worden. Julia Timoschenko befindet sich seit gut einer Woche im Hungerstreik. "Meine Mutter wird ihren Hungerstreik weiterführen", sagte sie der Nachrichtenagentur dapd. "Ich habe zwar versucht, sie davon abzubringen, weil ihre Gesundheit bereits angeschlagen ist. Aber sie sagte, sie wird nicht aufhören, bis die Führung in Kiew die medizinische Versorgung bewilligt, die von den Berliner Professoren Einhäupl und Haas vorgesehen ist."

Wenn es "notwendig" sein sollte "und mich meine Mutter darum bittet, werde ich an ihrer Stelle bei den Parlamentswahlen im Herbst kandidieren", sagte Eugenia Timoschenko. Denn es sei "wichtig, dass der Name Timoschenko jetzt nicht aus der Politik verschwindet". Und: "Ich bin sicher, wenn der Druck aus Europa nicht wäre, wäre meine Mutter nicht mehr am Leben."

 

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