Die Ukraine befindet sich nach dem Einmarsch der russischen Truppen aktuell im Kriegszustand. Bei vielen liegen die Nerven blank. "Heute" berichtete von Bild-Reporter Paul Ronzheimer, der am Donnerstag während eines Interviews in Tränen ausbrach. Die Bilder aus der Ukraine – hier im Newsticker – erschüttern die Menschen in ganz Europa und lassen wohl kaum jemanden kalt.
Zwei erwachsene Frauen, allem Anschein nach Pädagoginnen in Wien-Simmering, beschlossen genau an jenem Tag, an dem der Krieg in der Ukraine ausbrach, mit einer Kindergruppe das russisches Volkslied "Kalinka" zu singen und vor einer Volksschule dazu zu tanzen.
Im 11. Wiener Gemeindebezirk sah eine "Heute"-Leserin, wie sich eine Lehrerin mit Kindern vor der Schule im Kreis aufstellten. Danach spielte eine Pädagogin das Volkslied ab und zeigte den Schülern ein paar Tanzschritte. Entsetzt staunte die Wienerin darüber, dass ausgerechnet am Tag des eskalierenden Ukraine-Konfliktes zur russischen Kalinka getanzt werde.
Das Volkslied dürfte den meisten Personen zumindest vom Hören ein Begriff sein. Der Ursprung des Liedes liegt im 19. Jahrhundert in der Ostukraine. Der Tanz erinnert an die, als Kosaken bezeichneten, ukrainisch-russischen Wehrbauern. Diese wurden damals von deren russischen Machthabern zur Ausübung militärischer Tätigkeiten verpflichtet. Dafür erhielten sie im Gegenzug Privilegien.
Die Wiener Bildungsdirektion bestätigte indes die Vorkommnisse. Nach sorgfältiger Prüfung kamen sie zum Schluss, dass der Tanz im Rahmen eines Projektes schon lange einstudiert wurde. "Im Rahmen der ELEMU-Erziehung ist der Tanz und das Lied im Rahmen eines ganzjährigen Projektes erarbeitet worden", gab man aus der Schule bekannt.
Obwohl hinter der Tanzeinlage vorgeblich keine böse Absicht steckte, mutet sie dennoch etwas pietätlos an. Am Tag des ersten Krieges in Europa im 21. Jahrhundert ist der Zeitpunkt wohl denkbar ungünstig gewählt.