Stillstand

Wallensteinstraße bleibt grau – Umbau auf Eis gelegt

Der Umbau der Wallensteinstraße bleibt weiter ungewiss – trotz Bürgerwünschen und Beschluss fehlt es an Planung und Auftrag der Stadt.
Wien Heute
16.02.2026, 14:24
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Seit Jahren wird die Umgestaltung der wichtigsten Geschäftsstraße der Brigittenau angekündigt, wieder verworfen, neu diskutiert. Jetzt ist klar: Aus dem Umbau der Wallensteinstraße wird vorerst nichts. Alle Pläne liegen auf Eis.

Dabei ist der Handlungsbedarf unübersehbar: Kaum Grün, viel Verkehr, wenig Platz – vor allem für Fußgänger und Radfahrer ist die Situation alles andere als optimal. Anrainer kritisieren das seit Jahren, ebenso wie lokale Initiativen. Mehrfach wurde eine Neugestaltung in Aussicht gestellt, Bürger wurden befragt, Ergebnisse zunächst zurückgehalten und erst nach öffentlichem Druck veröffentlicht.

Derzeit keine Planungen

Noch Anfang Jänner klang das anders. Im Interview mit der "Bezirkszeitung" sagte Bezirksvorsteherin Christine Dubravac-Widholm (SPÖ), dass an dem Projekt "auf jeden Fall gearbeitet" werde. Es würden Erhebungen durchgeführt, die als Grundlage für konkrete Pläne dienen sollten. Sobald Vorentwürfe vorlägen, wolle man die Bevölkerung einbinden.

Ob ein Umbau 2026 realistisch sei? "Schön wäre es", so Dubravac-Widholm damals – aber es sei schwer zu sagen. Doch nun die Kehrtwende, wie das Online-Magazin "Zwischenbrücken" berichtet. Auf Nachfrage erklärte die Bezirksvorsteherin überraschend, sie habe im Zuge der Beantwortung einer Bürgeranfrage erfahren, "dass derzeit diesbezüglich keine Erhebungen stattfinden und daher auch keine Planungen durchgeführt werden".

Kein offizieller Auftrag der Stadt

Die Anfrage kam von Bezirksrat Stefan Ohrhallinger (Links). Er wollte mithilfe des Informationsfreiheitsgesetzes von der zuständigen MA 18 (Stadtentwicklung und Stadtplanung) Details zu einem möglichen Radweg in der Wallensteinstraße wissen. Die ernüchternde Antwort: Es gibt nicht einmal eine offizielle Beauftragung.

"Betreffend der Wallensteinstraße können wir Ihnen mitteilen, dass es weder einen Auftrag noch ein Projekt Wallensteinstraße gibt, das der MA 28 vorliegt. Ohne Auftrag kein Verfahren, ohne Verfahren keine Planung", heißt es von der Abteilung Straßenbau und Straßenverwaltung.

Umbau ist komplett vom Tisch

Auch aus dem Büro der zuständigen Stadträtin Ulli Sima (SPÖ), in deren Ressort Stadtentwicklung und Mobilität fallen, gibt es keine Hinweise auf weiterführende Pläne. Damit scheint klar: Der Umbau ist vorerst komplett vom Tisch, so das Magazin "Zwischenbrücken".

Große Projekte wie der Umbau einer Geschäftsstraße oder der Bau eines Mistplatzes können Bezirke nicht aus eigener Kraft finanzieren. Sie sind auf Mittel der Stadt angewiesen. Noch im vergangenen Jahr präsentierte sich Sima bei Projekten wie der Umgestaltung der Landstraße im 3. Bezirk – Teil der Wiener Radwege- und Begrünungsoffensive. Die Bedeutung solcher Maßnahmen wurde dabei mehrfach betont.

Budgetäre Einschränkungen

Doch inzwischen hat sich die finanzielle Lage der Stadt verschärft. Wien fährt einen Sparkurs, Budgets sind knapp, Projekte werden neu priorisiert. Als Grund für die neuerliche Verzögerung nennt Dubravac-Widholm nun "budgetäre Einschränkungen". Brisant: Zum Zeitpunkt ihres Interviews im Jänner sei ihr nicht bekannt gewesen, dass es weder Erhebungen noch Planungen gebe.

Während die Politik die Wallensteinstraße jahrelang als Kandidatin für eine Umgestaltung nannte, wurde hinter den Kulissen der Stecker gezogen. Ein ähnlicher Konflikt zeigte sich zuletzt auch in der benachbarten Leopoldstadt. Dort sprach sich die Bezirksvertretung parteiübergreifend für einen Mistplatz am alten Standort in der Dresdner Straße aus. Die Stadtregierung entschied sich dennoch für einen deutlich größeren Mistplatz an der Freien Mitte – sehr zum Ärger des Bezirks – "Heute" berichtete.

{title && {title} } red, {title && {title} } 16.02.2026, 14:24
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