Umstrittenes Asylheim St. Gabriel schließt jetzt

Die Flüchtlingsunterkunft der Caritas St. Gabriel in Maria Enzersdorf (Mödling) wird geschlossen. Die letzten Bewohner sind nun ausgezogen. Die FP ist erfreut, die Caritas bedauert.

Vor 360 Tagen, Anfang Mai 2018, hatte ein Mord in der Asylunterkunft St. Gabriel in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) Österreich erschüttert ("Heute" berichtete) und eine Sicherheitsdebatte ausgelöst. Kein anderes Asylheim stand seither so im Fokus. Immer wieder musste die Polizei wegen Reibereien nach St. Gabriel ("Heute" berichtete).

Ende des Jahres wurden dann 16 Bewohner, laut FP "Problem-Asylwerber", ins Stacheldrahtlager Drasenhofen (Bezirk Mistelbach) verlegt ("Heute" berichtete). Ein Aufschrei, inklusive Notbremse von Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (VP, "Heute" berichtete) war die Folge, Landesrat Gottfried Waldhäusl (FP) stand schwer unter Beschuss.

Daraufhin einigten sich die Caritas und der FP-Landesrat, doch die Fronten blieben verhärtet – ein wochenlanges Hick-Hack wegen einem Sicherheitskonzept, der Verlegung der Männer sowie einer schriftlichen Vereinbarung folgte ("Heute" berichtete).

FP erfreut

Die jungen Männer wurden seit Februar sukzessive verlegt, mittlerweile ist St. Gabriel leer. Für Mödlings Stadtrat Daniel Könczöl eine gute Nachricht: "Formal geht es nur noch um die Auflösung der Verträge. Es erfüllt mich mit Freude und Stolz, dass in Zukunft keine straffälligen Asylwerber mehr in St. Gabriel einquartiert werden. Denn zur Erinnerung: Das waren nicht die netten, lieben Jungs von nebenan. Ganz im Gegenteil. Das waren Intensivtäter, die wegen schwerer Körperverletzung, gefährlicher Drohung, Nötigung, Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Drogenhandels und sexuellen Übergriffen bereits verurteilt worden waren. Solche schweren Jungs haben in einem Ballungszentrum nichts verloren. Für uns steht der Schutz der Bürger, Kinder und Familien im Vordergrund."

Caritas bedauert

Martin Gantner, Sprecher der Caritas sagt dazu: "Die Jugendlichen, die zuvor in Drasenhofen untergebracht waren, sind wie bereits berichtet Ende Februar verlegt worden. Vor einer Woche sind nun auch die verbliebenen acht Flüchtlinge (Einzelpersonen und Familie), die hier in Grundversorgung waren, ausgezogen. Der Vertrag mit dem Land NÖ wurde ruhend gestellt."



Weiters erklärt Gantner: "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Flüchtlingsquartiere, die wir 2015 und 2016 auf Bitte des Landes rasch und unbürokratisch eröffnet haben, wieder geschlossen. Das ist in Niederösterreich nicht anders als in anderen Bundesländern auch. Klar ist: Das Kloster St. Gabriel hätten wir als Standort natürlich gerne erhalten – dafür haben wir auch bis zuletzt gekämpft. Ganz einfach, weil hier seit den 90er Jahren gute und wichtige Arbeit geleistet wurde. Gemeinsam mit der Gemeinde, mit den Steyler Missionaren und mit sehr vielen Freiwilligen. Von Seiten des Landes wurde jedoch klar signalisiert, dass kein weiterer Bedarf vorhanden ist. Seit beinahe einem Jahr gab es darüber hinaus auch keine neuen Zuweisungen durch die zuständige Stelle des Landes. Klar ist auch: Wir werden uns auch zukünftig für Menschen in Not in NÖ einsetzen."

J.Lielacher (Lie)

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