Machtwechsel möglich

Peter Magyar – er könnte Orban nach 16 Jahren ablösen

In Ungarn könnte Viktor Orban nach 16 Jahren abgewählt werden. Die Parlamentswahl gilt als richtungsweisend für das Land und die EU.
Newsdesk Heute
12.04.2026, 09:14
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In Ungarn läuft gerade die mit großer Spannung erwartete Parlamentswahl. Für Ministerpräsident Viktor Orban könnte es nach 16 Jahren an der Macht eng werden. Die Wahllokale haben am Sonntag in der Früh geöffnet und sperren um 19 Uhr wieder zu. Erste vorläufige Ergebnisse werden gegen 20 Uhr erwartet.

Laut Umfragen liegt Orbans Partei Fidesz, die als rechtsnational gilt, klar hinter der Partei Tisza. Diese wird vom konservativen Oppositionspolitiker Peter Magyar geführt.

Insgesamt sind 7,5 Millionen Ungarn und mehr als 500.000 Auslandsungarn wahlberechtigt. Sie können zwischen fünf Parteien wählen. Es wird mit einer hohen Wahlbeteiligung von bis zu 80 Prozent gerechnet.

Orban regiert das Land schon seit 2010 durchgehend, davor war er schon von 1998 bis 2002 Regierungschef. Kritiker werfen dem 62-Jährigen vor, Ungarn mit einem autoritären Kurs in eine "illiberale Demokratie" zu verwandeln. Sein Ruf leidet außerdem unter Korruptionsvorwürfen und wirtschaftlicher Stagnation.

Der 45-jährige Magyar, früher selbst bei Fidesz, verspricht den Ungarn einen politischen Wandel. Er will Verbesserungen im Gesundheitswesen und bei der Bildung sowie einen entschlossenen Kampf gegen Korruption. Magyar steht für einen pro-westlichen Kurs und will Ungarn zu einem verlässlichen Partner in der NATO und der EU machen.

Die Wahl gilt auch für die EU als richtungsweisend. Orban liegt bei vielen Themen mit der EU-Kommission und anderen EU-Staaten im Streit. So blockiert Ungarn weiterhin EU-Hilfen für die Ukraine. Orban pflegt sowohl zu Russlands Präsident Wladimir Putin als auch zu US-Präsident Donald Trump enge Beziehungen.

Experten meinen, Russland habe versucht, den Wahlkampf zugunsten von Orban zu beeinflussen. Orban wiederum bezeichnete seinen Rivalen Magyar als "Marionette" der EU und warf der Ukraine vor, Ungarn in den Krieg gegen Russland hineinziehen zu wollen.

Gleichzeitig bekam Orban im Wahlkampf starke Unterstützung von der US-Regierung. US-Vizepräsident JD Vance reiste kurz vor der Wahl nach Budapest und trat gemeinsam mit Orban auf. Auch Trump warb offen für eine Wiederwahl Orbans und versprach dem Land im Falle eines Sieges wirtschaftliche Unterstützung.

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