Sorge um Kühlwasser

Trotz Donaupegels – Ungarns AKW bleibt in Betrieb

Ungarns einziges Atomkraftwerk bleibt trotz niedriger Donaupegel in Betrieb. Industrie und Bevölkerung sollen Strom sparen.
Newsdesk Heute
03.08.2026, 19:15
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Ungarns einziges Atomkraftwerk läuft trotz der derzeit extrem niedrigen Wasserstände der Donau vorerst weiter. Der ungarische Regierungschef Péter Magyar hat am Montag erklärt, dass es den Technikern gelungen ist, die für eine Turbine nötige Menge an Kühlwasser zu reduzieren. Noch am Tag davor hatte Magyar angekündigt, dass das Atomkraftwerk zum ersten Mal seit 44 Jahren komplett abgeschaltet werden müsste.

Das Kraftwerk Paks liegt etwa 130 Kilometer südlich von Budapest. Die vier Reaktoren mussten in der vergangenen Woche ihre Leistung schrittweise verringern – Grund dafür waren der sinkende Wasserstand, fehlende Niederschläge und die anhaltende Hitzewelle. Magyar betonte jetzt, dass alle daran arbeiten, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Aussichten für die nächsten Tage seien "etwas optimistischer".

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Industrie gefordert

Normalerweise liefert das Atomkraftwerk ein Drittel des Stroms, den Ungarn braucht. Um den fehlenden Strom auszugleichen, sollen große Industriebetriebe ihren Verbrauch freiwillig senken. Zusätzlich plant die Regierung, mehr Strom zu importieren. Die Bevölkerung wird gebeten, während der abendlichen Spitzenzeiten möglichst wenig Strom zu verbrauchen.

Die Einschränkungen im Atomkraftwerk treffen auch deutsche Autobauer in Ungarn. "Durch ein kurzfristig entwickeltes Maßnahmenpaket werden zusätzliche Einsparpotenziale in den Bereichen Anlagenbetrieb, Beleuchtung, Klimatechnik und Ladeinfrastruktur genutzt", sagte ein BMW-Sprecher der Zeitung "Welt" in Bezug auf das Werk im ostungarischen Debrecen. So habe das Werk seinen Energieverbrauch seit Freitag um rund 15 Prozent gesenkt.

BMW profitiert davon, dass der Konzern vor Ort 50 Hektar an Solaranlagen installiert hat. An einem Sommertag kann das Werk damit fast vollständig mit einer Leistung von bis zu 50 Megawatt betrieben werden. Allerdings läuft das Werk laut "Welt" im Zweischichtbetrieb. Bei Dunkelheit muss also Strom aus dem Netz zugekauft werden.

Bei Mercedes, das in Kecskemet ein Werk betreibt, läuft die Produktion laut einem Sprecher derzeit "in allen Bereichen ohne Einschränkungen". Die Lage werde laufend beobachtet, das Unternehmen stehe in ständigem Kontakt mit den zuständigen Behörden.

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