Der Antrittsbesuch des neuen ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar (45) bei Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) in Berlin war von Harmonie geprägt – zumindest eine Weile.
Merz lobte Magyars Wahlsieg im April über Viktor Orbán als "Inspiration für ganz Europa" und sicherte Ungarn deutsche Unterstützung zu: "Wir wollen helfen, dass dieser Neuanfang in Ungarn ein Erfolg wird."
Doch dann kam es zum Eklat, wie spiegel.de berichtet: Bei einer Frage zu einem internen Machtkampf in Ungarn verlor der Premier die Fassung.
Trotz des freundlichen Grundtons gibt es beim Thema Ukraine deutliche Differenzen: Magyar stellte klar, dass Ungarn auch unter seiner Regierung weder Waffen noch Soldaten in die Ukraine schicken werde.
"Ein Land, das die Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union beginnen möchte, muss diese grundlegenden Menschenrechte einhalten", sagte Magyar mit Blick auf die rund 100.000 ungarischstämmigen Einwohner in der westukrainischen Region Transkarpatien.
Kanzler Merz rief seinen Amtskollegen dazu auf, die europäische Politik gegenüber der Ukraine mitzutragen. "Das darf aber nicht zulasten der europäischen Unterstützung für Kiew gehen", betonte Merz.
Immerhin: Nach seinem Sieg über den moskau-nahen Orban hatte Magyar den ungarischen Widerstand gegen den 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU an die Ukraine beendet. Ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj soll kommende Woche stattfinden.