Der Druck auf die deutsche Commerzbank wächst: Die italienische Großbank Unicredit meldet nun bereits eine Beteiligung von mehr als 39 Prozent an Deutschlands zweitgrößter Privatbank. Die Annahmequote beim Übernahmeangebot war dabei deutlich höher als erwartet.
Das Angebot, das die Commerzbank selbst als "feindlich" bezeichnete, lief vor wenigen Tagen aus. Viele Aktionäre haben sich entschieden, ihre Anteile an Unicredit abzugeben – schneller und mehr, als Experten vorhergesagt hatten.
Wie NTV berichtet, hat Unicredit sein Übernahmeangebot damit erfolgreich abgeschlossen. Die Commerzbank-Führung um Chefin Bettina Orlopp hatte bis zuletzt dagegen gekämpft und den Aktionären von einer Annahme abgeraten.
Besonders brisant: Bei einer vollständigen Übernahme wird ein massiver Stellenabbau befürchtet. Die Commerzbank beschäftigt rund 40.000 Mitarbeiter, ein Großteil davon in Deutschland.
Für eine komplette Übernahme benötigt Unicredit die Genehmigung der Europäischen Zentralbank. Die deutsche Bundesregierung hatte sich mehrfach kritisch zu den Übernahmeplänen geäußert. Ob sie den Deal noch verhindern kann, ist jedoch fraglich.
Unicredit ist in Österreich über die Bank Austria bereits stark vertreten. Eine Fusion der beiden Banken könnte auch Auswirkungen auf den österreichischen Markt haben.