Unsere Haare verraten, wie viel Geld wir haben

Unsere Haare verraten mehr, als uns vielleicht lieb ist.
Unsere Haare verraten mehr, als uns vielleicht lieb ist.iSTock
Durch eine chemische Untersuchung der Haare, lässt sich feststellen, was wir essen und wie viel Geld wir zur Vefügung haben, zeigt eine neue Studie.

Haare verraten nicht nur etwas über modische Vorlieben, sie können auch viel über die Lebenssituation eines Menschen und sogar dessen Heimat aussagen. Das zeigt jetzt eine neue Studie aus den USA

Das Team um James R. Ehleringer von der University of Utah untersuchte mittels einer chemischen Analyse, einer sogenannten Isotopenuntersuchung, diverse Haarporben, um die Ernährungweise und in weiterer Folge auch den sozioökonomischen Status festzustellen.

Speck oder doch Gemüse

Für die Proben sammelten die Forschenden liegengebliebene Haarschnipsel aus Friseursalons in 65 amerikansichen Städten sowie in 29 Postleitregionen rund um Salt Lake City. Wer die ehemaligen Trägerinnen und Träger der Abschnitte waren, erfuhren sie dabei nicht. Am Ende hatten sie Haarreste von fast 700 Personen.

Analysiert wurde dann das Verhältnis von Kohlenstoff- und Stickstoff-Isotopen. Diese liefern einerseits direkte Hinweise auf konsumierte tierische Produkte wie Fleisch, Milch oder Eier, aber auch indirekte. In den Kohlenstoff-Isotopen zeigen sich laut den Autoren auch Spuren der typischen Futtermittel in der Massentierhaltung. In den USA ist das zu einem überwiegenden Teil Mais. Pflanzlichen Nahrungsmittel weisen hingegen ein anderes Isotopenprofil auf, wodurch man Fleischesser und Vegetarier unterscheiden kann.

Geld spielt eine Rolle

Durch die Ernährungsanalyse zogen die Forscher zudem auch Rückschlüsse auf den sozioökonomischen Status der Menschen. Denn ein Blick in statistische Daten ergab, dass vor allem Menschen aus ärmeren Regionen vermehrt zu billigen Proteinen greifen dürften. In den Orten rund um Salt Lake City ließ sich der Zusammenhang mit den sozioökonomischen Bedingungen sogar an den Friseurpreisen festmachen. Denn dort, wo sehr viel tierische Proteine gegessen werden, war der Haarschnitt am günstigsten.

Dass ungesunde Ernährung und Sozialstatus oft zusammenhängen, ist nicht neu. Schließlich ist tierisches Protein billig und jederzeit verfügbar - nicht nur in den USA. Abwechslungsreiche Mischkost hat ihren Preis. Das hat auch körperliche Folgen, wie die Studie ebenfalls bestätigt: In den ärmsten Regionen – also dort, wo besonders viel Fleisch gegessen wird – leben auch die meisten übergewichtigen und fettleibigen Menschen.

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