Sport

Unsere Legionäre schwächeln!

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:08

Sie gingen ins Ausland, um die Fußball-Welt zu erobern - und versauern jetzt auf der Bank oder der Tribüne. 46 heimische Kicker spielen derzeit in den höchsten Spielklasse von 22 verschiedenen Ländern. Leistungsträger wie Prag-Legionär Niklas Hoheneder sind wenige darunter. Letztes Wochenende standen nur zehn in der Startformation.

Als seine Mitspieler mit den Fans feierten, verließ er das Stadion. Mainz-Legionär Andi Ivanschitz hatte am Samstag beim 3:3 gegen Frankfurt die Höchststrafe kassiert: in Minute 46 eingewechselt, in Minute 80 ausgetauscht.

Am Dienstag sprach Ivanschitz seinen Coach Thomas Tuchel auf die Aktion an. Der versicherte: Eine rein taktische Maßnahme. Wir bauen hier auf dich.

Ivanschitz ist nur ein Beispiel von vielen. Wohin man auch in Europas Stadien blickt, die Legionäre stehen derzeit oft im Abseits.

Die Horror-Zahlen: Von acht Serie-A-Profis war vergangene Runde keiner erste Wahl. Stefan Maierhofer und Paul Scharner drückten in England die Bank. In Deutschland durfte Christian Fuchs als einziger von acht Profis von Beginn an ran.

Ivanschitz konfrontierte Coach mit Auswechslung

Jimmy Hoffer spielte bisher bei Napoli 175 Minuten, Marko Arnautovic für Inter ganze 55 Minuten. Warum ist das so?

Österreichs Nachwuchs ist in Europa top, aber nur bis 17, 18 Jahre, erklärt Georg Stanggassinger, der Berater von Andreas Ivanschitz und Marc Janko, gegenüber Heute. Dann kommen die Probleme. Der Grund ist die schwache Liga. Darum ist es wichtig, den Schritt ins Ausland früh zu machen.

Niklas Hoheneder ist das gelungen. Der 23-Jährige wechselte vom LASK zu Sparta Prag, ist Leistungsträger und mittendrin im tschechischen Titelrennen. Am Sonntag kommt es zum Duell mit Leader Ostrau. Ich will Meister werden, versichert er.

Martin Huber

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