Der Sommer hat noch gar nicht richtig begonnen, da schlagen bereits mehrere Gemeinden Alarm. Trockenheit, sinkende Grundwasserstände und ein hoher Wasserverbrauch sorgen vielerorts für Probleme. Besonders die Befüllung privater Pools wird zunehmend zum Thema.
In St. Veit an der Gölsen (Bezirk Lilienfeld) reagiert die Gemeinde nun auf die steigende Belastung des Wasserleitungsnetzes. Bürgermeister Christian Fischer informierte die Bevölkerung am Dienstag: "Unsere Wasserversorgung stößt aktuell an ihre Kapazitätsgrenzen". Seit dem Pfingstsonntag ist das Befüllen von Pools deshalb "bis auf Widerruf nicht gestattet".
Normalerweise liege der tägliche Wasserverbrauch bei rund 500.000 Litern. An besonders heißen Tagen seien jedoch bereits mehr als 900.000 Liter pro Tag verbraucht worden. Dadurch geraten Leitungen und Versorgungssysteme an ihre Belastungsgrenze.
Die Gemeinde betont allerdings: Es handelt sich nicht um eine Wasserknappheit. Wasser sei ausreichend vorhanden. Das Problem liege vielmehr bei der Verteilung und den Kapazitäten des Netzes. Besonders wichtig sei, dass im Ernstfall jederzeit genügend Löschwasser für Feuerwehreinsätze über die Hydranten verfügbar bleibt. "Dies muss für die Sicherheit aller Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger gewährleistet bleiben."
Um das Leitungsnetz zu entlasten, wird nun über eine koordinierte Poolbefüllung nachgedacht. Geplant sind gebietsweise Befüllungen oder fixe Zeitslots für Poolbesitzer. Eine endgültige Entscheidung gibt es noch nicht.
Auch der niederösterreichische Gemeindebund beobachtet die Entwicklung. Wie viele Gemeinden aktuell mit Engpässen kämpfen, lasse sich zwar nicht exakt beziffern. Auffällig sei jedoch, dass Appelle zum Wassersparen und zur zeitversetzten Poolbefüllung in Hitzeperioden immer häufiger werden.
Während manche Gemeinden vor einer Überlastung der Versorgung warnen, geht eine Kärntner Gemeinde einen völlig anderen Weg. In Bad Bleiberg können Poolbesitzer ihr Becken sogar mit Thermalwasser befüllen lassen.
Der Preis dafür liegt bei 2,99 Euro pro Kubikmeter. Das Wasser stammt aus einer Thermalquelle und hat von Natur aus rund 26 Grad. Die Gemeinde wirbt damit, dass ausreichend Wasser vorhanden sei. Käufer müssen lediglich den Transport selbst organisieren.
Das Modell sorgt bereits seit Jahren für Interesse. Vor allem während der Corona-Zeit sei die Nachfrage stark gestiegen. Die Thermalquelle wurde ursprünglich vor mehr als 70 Jahren zufällig bei Arbeiten in einem Stollen entdeckt.