Unwetter in Sizilien reißt drei Menschen aus dem Leben

Nach den Unwettern auf Sizilien haben Rettungskräfte die Leiche einer vermissten Frau geborgen. Damit steigt die Zahl der Toten auf drei. 

Heftige Unwetter sorgen in Süditalien für Zerstörungen. Sie forderten zudem bislang mindestens drei Todesopfer. Eine Frau war nach Einschätzung der Rettungskräfte am Sonntag – so wie auch ihr Mann – aus dem Auto ausgestiegen und von den Wassermassen erfasst worden. Ihr lebloser Körper wurde etwa fünf Kilometer vom Wagen entfernt entdeckt, wie die Polizei in Catania am Donnerstag mitteilte. Zuvor war ihr Mann in etwa zwei Kilometern Entfernung tot aufgefunden worden.

Am Dienstag wurde bereits bekannt, dass ein 53-jähriger Mann in der Stadt Gravina ums Leben gekommen war. Auch bei ihm wird vermutet, dass er mit seinem Auto steckenblieb, und beim Aussteigen von den Wassermassen mitgerissen wurde. Damit steigt die Zahl der Toten wegen des Unwetters auf drei.

"Medicane" soll am Donnerstagabend Sizilien treffen

Sizilien bereitet sich am Donnerstag auf den zweiten schweren Sturm innerhalb einer Woche vor. Das Unwetter sollte zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen an der Ostküste Siziliens eintreffen, wie die Behörde Ispra meldete.

Beim sogenannten "Medicane" werden mehr als 4,5 Meter hohe Wellen und heftige Regenfälle erwartet, wie die Behörde Ispra meldete. Unter einem "Medicane" versteht man einen Wirbelsturm im Mittelmeer (englisch: Mediterranean Hurricane).

Jetzt bedroht ein Wirbelsturm die Insel

Die Stürme führen seit Tagen zu Überschwemmungen und Schäden im Osten Siziliens. Die Regionalregierung rief am Mittwoch den Notstand aus. Und auf der beliebten Ferieninsel wird eine weitere Schlechtwetterfront erwartet. Das Unwetter richtete laut dem Agrarverband Coldiretti schwere Schäden in den Zitrushainen und an den Olivenbäumen der Insel an. Extremwetterereignisse verursachten laut Coldiretti italienweit in diesem Jahr bereits rund zwei Milliarden Euro Verluste in der Landwirtschaft.

Vor allem die Großstadt Catania am Fuße des Ätna war von den schweren Unwettern der letzten Tage betroffen. Dort hatten die Fluten Autos weggetragen und Straßen voller Schlamm und weggespülten Gegenständen hinterlassen.

Bürgermeister Salvo Pogliese ordnete als Konsequenz für Donnerstag und Freitag an, Schulen sowie Ämter und Geschäfte, die keine essenziellen Dienste anbieten, zu schließen. "Die Vorhersagen sind besorgniserregend", sagte der Politiker in einem Video auf Facebook. Er forderte die Menschen auf, ihre Häuser nur für notwendige Erledigungen zu verlassen.

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