Urlaub storniert, um Unwetter-Opfern zu helfen

Ein Arbeitskollege von Christian Gruber (57) hat seinen Urlaub storniert, damit der 57-Jährige Unwetter-Opfern helfen kann.
Ein Arbeitskollege von Christian Gruber (57) hat seinen Urlaub storniert, damit der 57-Jährige Unwetter-Opfern helfen kann.privat
Seit Dienstagabend sind die Feuerwehrmänner im Bezirk Gmunden aufgrund heftiger Unwetterschäden im Dauereinsatz. "Heute" sprach mit einigen Helden.

Heftige Unwetter mit zum Teil sechs Zentimeter großen Hagelkörnern, verwüsteten in den vergangenen Tagen Teile Oberösterreichs. Besonders stark traf es die Gemeinden im Bezirk Gmunden in der Nacht auf Mittwoch. Wir berichtetenausführlich. 

Zahlreiche Feuerwehrmänner sind jetzt noch im Einsatz und arbeiten Schaden für Schaden ab. "Heute" hörte sich in den betroffenen Gebieten um, sprach mit den wahren Helden der letzten Tage. "Ich bin seit Dienstagabend, 20 Uhr im Einsatz. Ich habe nur zwei kurze Schlafpausen von je rund vier Stunden eingelegt. Danach ging es gleich weiter", erinnert sich Christian Gruber (57), Kommandant der Feuerwehr Altmünster. 

Wie der 57Jährige berichtet, wurden alleine in Altmünster 100 schwer beschädigte Objekte gemeldet. Vorwiegende Aufgabe der Feuerwehrmänner: Zerstörte Dächer mit Planen abdecken, damit es nicht hineinregnet. "Es melden sich immer noch weitere Geschädigte. Wir haben eine Liste und arbeiten alles nacheinander ab. Wir werden sicher noch bis Freitagabend im Einsatz sein", so Gruber.

Somit wird der Altmünsterer fast die gesamte Woche im Unwetter-Einsatz sein. Viele fragen sich nun wohl, wie sich das mit dem Arbeitgeber vereinbaren lässt. Gruber: "Ich arbeite bei der Energie AG und wir haben eine tolle Gemeinschaft. Ein Arbeitskollege von mir hat diese Woche extra seinen Urlaub storniert, damit ich mit der Feuerwehr helfen kann."

Bei Gerald Kahrer (59), Feuerwehrkommandant in Gmunden, verliefen die vergangenen Tage ähnlich. "Wir hatten seit Dienstag rund 280 Einsätze. An Schlafen war zuletzt kaum zu denken", sagt der Gmundner im Gespräch mit "Heute".

Von 27 auf 15 Grad abgekühlt

An eine Szene, bei dem heftigen Gewitter Dienstagabend, erinnert sich der 59-Jährige noch ganz genau: "Ich bin von mir zu Hause mit dem Auto weggefahren. Wenig später hat es heftig zu hageln begonnen, die Temperatur sank von 27 auf 15 Grad und durch das verdunstende Eis am Boden, betrug die Sicht nur noch rund 20 Zentimeter", so Kahrer und ergänzt: "Ich bin schon über 40 Jahre bei der Feuerwehr, aber so etwas habe ich noch nie erlebt."

Gmundens Abschnittsfeuerwehrkommandant Thomas Dreiblmeier (44) war während der Unwetter mehr als 30 Stunden durchgehend bei diversen Einsätzen dabei. Er berichtet von massiven Schäden aufgrund des Unwetters. Auch sein eigenes Haus war betroffen. "Mein Garten wurde verwüstet und meine Rollläden sowie mein Hausdach sind beschädigt. Aber zum Glück nicht so schlimm, dass es hineinregnet", so Dreiblmeier.

Die Feuerwehren in OÖ müssen aber weiterhin in Alarmbereitschaft bleiben. Denn es soll in Teilen des Innviertels und dem oberen Mühlviertel erneut zu schweren Unwettern kommen. 

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