In Zell am See (Salzburg) fand am 28. Juni das traditionelle Schützenfest statt. 500 Personen fanden sich dazu am Stadtplatz ein und bestaunten das Spektakel. Erst gab es Gewehrsalven, dann natürlich auch Kanonenschüsse – und diese haben nun ein rechtliches Nachspiel.
Wie der ORF berichtet, fordert ein britisches Urlauberpaar Schadenersatz von der Zeller Schützenkompanie. Der Vorwurf: Sie hätten durch den lauten Knall einen Tinnitus erlitten und seien nicht auf die anstehenden lauten Geräusche aufmerksam gemacht worden. Eine Warnung habe es nämlich nur auf Deutsch gegeben.
"Da müsste ich ja dann eine Vielzahl von Sprachen lernen, wir haben zum Beispiel auch arabische Gäste. Das kann es wohl nicht sein", reagiert Gerhard Brandner, Obmann der Historischen Schützenkompanie Zell am See, mit Unverständnis.
Er findet es auch bemerkenswert, "dass wohl so um die 500 Leute auf dem Stadtplatz waren. Und ausgerechnet genau die beiden Urlauber sollen durch einen Schuss einen Gehörschaden erlitten haben – sonst niemand".
Die Sache sei laut "Salzburger Nachrichten" an die Haftpflichtversicherung weitergeleitet worden. Dass nach Kanonenschüssen gesundheitliche Schäden behauptet werden, sei laut Landes-Schützenkommandant Josef Braunwieser äußerst selten.
Er möchte außerdem an die Eigenverantwortung appellieren und hält fest: "Unsere Ansprache bei den Kommandos ist immer noch Deutsch. Und das wird weiter so gehalten."