Wie herzlos kann man sein? Mitten in der bereits sommerlichen Hitze im Süden Portugals setzte ein Urlauberpaar aus Frankreich seine zwei Kinder, fünf und drei Jahre alt, aus.
Mit jeweils einem kleinen Rucksack mit Kleidung zum Wechseln, einer Flasche Wasser und etwas Obst, wurden sie mit verbundenen Augen in einem Waldstück ausgesetzt. Sie sollten Spielsachen suchen, wurde ihnen gesagt. Als sie die Augenbinden abnahmen, waren die Eltern einfach verschwunden.
Das erzählte das Geschwisterpaar jenem Mann, der sie weinend am Rand einer Landstraße zwischen Alcácer do Sal und Comporta, einige Kilometer südlich von Lissabon, entdeckte und sofort anhielt. Als die Kinder Dienstagabend entdeckt wurden, hatte es dort noch immer fast 30 Grad.
Demnach sprachen die Kinder Französisch. Der Ältere der beiden, ein Junge, erzählte ihm, dass ihn die Mutter und der Stiefvater einfach zurückgelassen hätten. Die beiden Kinder hatten nur zwei Flaschen Wasser, zwei Orangen und etwas Kleidung dabei.
Der Autofahrer brachte die beiden in die Bäckerei seiner Familie und alarmierte die Polizei. Die Kinder kamen ins Krankenhaus und wurden untersucht. Laut Behörden geht es ihnen den Umständen entsprechend gut.
Inzwischen wurde bestätigt, dass die Geschwister aus Frankreich stammen. Eine Vermisstenanzeige lag nicht vor. Die Eltern sollen bereits identifiziert worden sein. Ob sie schon gefunden wurden, ist noch unklar. Die Ermittlungen laufen.