Schwere Vorwürfe

Urteil gegen Nevrivy in Wienwert-Prozess heute erwartet

Showdown im Wienwert-Prozess: Heute soll das Urteil fallen. Donaustadt-Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) weist alle Vorwürfe zurück.
Wien Heute
16.03.2026, 08:59
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Verletzung des Amtsgeheimnisses, Bestechlichkeit, Vorteilsannahme zur Beeinflussung sowie Beitrag zur Untreue wirft die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) dem Donaustädter Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) vor. Konkret soll er dem ehemaligen Wienwert-Chef Stefan Gruze verraten haben, wo die Wiener Linien eine Remise erweitern wollen, wie der ORF berichtet.

Mehrere Vorwürfe gegen Bezirkschef

Laut Anklage nutzte Gruze diese Information, kaufte das betreffende Grundstück und verkaufte es später gewinnbringend an den Öffi-Betreiber weiter. Für die Stadt Wien soll dadurch ein Schaden von rund 850.000 Euro entstanden sein.

Im Gegenzug soll Nevrivy mehrere Vorteile erhalten haben. Die WKStA spricht unter anderem von VIP-Tickets für das Wiener Fußball-Derby sowie für Spiele der Nationalmannschaft. Außerdem soll die Immobilienfirma Wienwert die Band "Wiener Wahnsinn", die Nevrivy besonders schätzt, gesponsert haben.

Nevrivy: Pläne waren bekannt

Der Bezirksvorsteher bestreitet die Vorwürfe. Vor Gericht betonte er, dass die Pläne für die Remisenerweiterung längst kein Geheimnis gewesen seien. Diese seien bereits einem großen Kreis bekannt gewesen – darunter "der halben Baubranche". Zudem erklärte Nevrivy, er habe die Wiener Linien schon lange davor darauf hingewiesen, dass sie die nötigen Grundstücke selbst kaufen müssten.

Auch bei den VIP-Karten sieht der Politiker keinen Zusammenhang. Er verwies auf seinen Stiefsohn, der eine hohe Funktion bei Rapid Wien gehabt habe. "Mit VIP-Karten mich zu locken, halte ich für spannend", sagte Nevrivy Ende Jänner vor Gericht. Zur Verbindung zwischen der Band "Wiener Wahnsinn" und der Immobilienfirma erklärte er, er habe beide lediglich miteinander bekannt gemacht.

Prozess geht im April weiter

In der jüngsten Verhandlung zeigte sich der Bezirkschef zunehmend genervt von wiederholten Fragen der Staatsanwaltschaft. Nach mehreren Nachfragen meinte er: "Ich hab das Gefühl, es wird fad." Auch sein Anwalt reagierte mehrfach mit Kopfschütteln.

Nach dem Verhandlungstag am Montag soll der Prozess im April weitergehen. Dann stehen weitere Vorwürfe im Raum – darunter Untreue und möglicher Anlegerbetrug.

{title && {title} } red, {title && {title} } 16.03.2026, 08:59
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen