Das dramatische Outing des ehemaligen US-Nationalspielers Robbie Rogers bewegt die Fußball-Welt. Er teilte mit, homosexuell zu sein und erklärte im Alter von nur 25 Jahren trotz großen Zuspruchs von Fußballgrößen seinen Rücktritt.
Der 18-fache US-Teamspieler Robbie Rogers hat sich am Freitag als schwul geoutet und im gleichen Zug seinen Rücktritt aus dem Profi-Fußball verlautbart. Der 25-Jährige stand zuletzt in England bei Zweitligist Leeds United unter Vertrag, im Herbst war er in die dritte Liga an Stevenage verliehen.
Das Outing erfolgte auf seiner Website. "Geheimnisse können sehr großen inneren Schaden anrichten. Die Leute predigen Ehrlichkeit, weil Ehrlichkeit so klar und einfach ist. Aber versuch einmal, deinen Freunden nach 25 Jahren zu erklären, dass du schwul bist", schrieb Rogers in seinem Blog. "Mein Geheimnis ist weg, ich bin ein freier Mann." Es sei Zeit, mit dem Fußball aufzuhören und "mich selbst zu entdecken, weg vom Fußball".
Er habe Angst vor Zurückweisung auch durch seine Familie gehabt und befürchtet, sich bei einem Outing die sportlichen Träume nicht erfüllen zu können. Die Teilnahme am olympischen Fußball-Turnier 2008 in Peking nannte Rogers einen seiner größten Erfolge.
Große Unterstützung
Nach dem Bekenntnis zu seiner Homosexualität hat der ehemalige US-Nationalspielers Robbie Rogers große Unterstützung aus der Fußball-Welt erfahren. Ex-Mitspieler und Spitzenfunktionäre drückten ihre Anerkennung aus, FIFA-Präsident Joseph Blatter bedankte sich am Samstag sogar bei dem 25-Jährigen. "Das ist 2013. Danke", twitterte der Schweizer.
Der US-Verband lobte Rogers' Mut, dieses "sehr persönliche Thema anzusprechen". "Wir sind stolz auf Robbie", ließ der Verband verlauten. "Der Mut von Robbie Rogers ist lobenswert. Ich hoffe, er weiß, dass er nicht zurücktreten muss. Er bekommt mehr Unterstützung, als er denkt", meinte Ex-US-Keeper Kasey Keller via Twitter. "Mutige Männer wie Du werden dafür sorgen, dass es eines Tages keinen Grund mehr für solche Erklärungen mehr gibt", schrieb Eddie Pope, Ex-Kollege von Rogers im US-Team.
Rogers hat positive Reaktionen nicht erwartet
Rogers zeigte sich sehr überrascht von den zahlreichen aufmunternden Reaktionen. "Danke an alle für die Unterstützung und Liebe. Hatte ich so nicht erwartet", twitterte er. Am Freitag war er mit einem Eintrag auf seiner Homepage an die Öffentlichkeit gegangen.
"Wir kennen Spieler, die gesagt haben, sie sind schwul, sich aber nicht wohlfühlen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen", sagte Gordon Taylor, Chef der englischen Spieler-Gewerkschaft. Dies würde sich hoffentlich bald ändern. Auch der englische Verband (FA) sagte Rogers sämtliche Unterstützung zu. "Egal, ob Robbie weiter Fußball spielt oder eine Pause macht, er hat unsere volle Unterstützung", teilte der Verband mit.