Der Billigflieger Easyjet steht im Fokus zweier US-Finanzgiganten: Castlelake und Apollo wetteifern um die europäische Airline.
Das Interesse beweist laut Luftfahrtexperte Gerald Wissel die enorme Attraktivität des Unternehmens.
Easyjet ist gut positioniert, um von der aktuellen Wirtschaftslage zu profitieren. Während Geschäftsreisen wegen einer schwächelnden Weltwirtschaft und Zöllen zurückgehen, weichen kostenbewusste Privatreisende auf günstige Carrier aus.
Wie es bei NTV heißt, spekulieren manche Investoren darauf, dass die Einzelteile von Easyjet mehr wert sind als das gesamte Unternehmen. Das betrifft vor allem die Flugzeuge, das Pauschalreisegeschäft und die begehrten Slots in Gatwick oder Paris.
Mit Apollo scheint Easyjet jedoch einen Partner gefunden zu haben, der nicht auf Zerschlagung setzt. "Apollo sieht das langfristige Potenzial und die Perspektive, die Easyjet bietet", erklärt Wissel. Das decke sich mit den Plänen des Managements.
Sollte Easyjet dennoch zerschlagen werden, würden vor allem Ryanair und Wizz Air profitieren. Diese könnten ihre Marktanteile in Europa weiter ausbauen.
Passagiere müssen sich auf höhere Preise einstellen. Steigende Kerosinkosten und strengere Regulierungen treiben die Tarife nach oben. Ein dämpfender Effekt sei erst zu erwarten, wenn bestellte Flugzeuge ausgeliefert werden.
Eine große Hürde für die US-Interessenten bleibt das EU-Recht: Europäische Airlines dürfen nicht mehrheitlich Nicht-EU-Eigentümern gehören. Easyjet hält über seine österreichische Tochtergesellschaft eine EU-Betriebsgenehmigung.
Ob die europäische Wettbewerbsbehörde bei rechtlichen Hilfskonstrukten mitspielt, bleibt die spannendste Frage des gesamten Deals.