Jetzt macht Trump Druck

US-Ölkonzerne zögern bei Investitionen in Venezuela

US-Konzerne zögern bei Investitionen in Venezuela, trotz Trumps Zusagen von Sicherheit und Milliardenprojekten für die marode Ölindustrie.
Newsdesk Heute
10.01.2026, 09:40
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Zu Beginn des Treffens, als die Presse noch anwesend war, machte Exxon-Chef Darren Woods klar, dass die rechtlichen und wirtschaftlichen Bedingungen in Venezuela derzeit Investitionen unmöglich machen. "Unsere Vermögenswerte wurden dort bereits zweimal beschlagnahmt, und Sie können sich vorstellen, dass für einen dritten Einstieg einige ziemlich bedeutende Veränderungen nötig wären", sagte er. Exxon und ConocoPhillips hatten das Land schon vor fast 20 Jahren verlassen, nachdem ihre Vermögenswerte verstaatlicht worden waren.

Trump erklärte zum Auftakt des Treffens mit den Führungskräften, dass er will, dass sich US-Ölkonzerne mit mindestens 100 Milliarden Dollar in Venezuela engagieren, um die Ölförderung wieder anzukurbeln. Laut NTV meinte er: "Wenn Sie nicht mitmachen wollen, sagen Sie mir einfach Bescheid, denn ich habe 25 Leute, die heute nicht hier sind, die bereit sind, Ihren Platz einzunehmen." Die USA und Venezuela würden "sehr gut zusammenarbeiten", um die Öl- und Gasinfrastruktur des südamerikanischen Landes wieder aufzubauen. Außerdem lobte er eine Vereinbarung mit der venezolanischen Übergangsregierung über die Lieferung von 50 Millionen Fass Rohöl an die USA.

Trump betonte, dass die USA den Unternehmen Schutz für Personal und Anlagen sowie finanzielle Garantien für ihre Investitionen zusichern werden. Die Firmen hätten nun "totale Sicherheit", so Trump zu den Managern. "Es ist ein ganz anderes Venezuela", meinte er weiter. Energieminister Chris Wright brachte zusätzlich ins Spiel, dass die US-Export-Import-Bank zur Finanzierung großer Ölprojekte herangezogen werden könnte.

"Haben Vereinbarung getroffen"

Am Ende des Treffens forderte Trump die Presse auf, den Raum zu verlassen, und kündigte an, mit den Managern Verhandlungen zu führen, um einen Deal abzuschließen. Danach sprach er von einem "großartigen Treffen" mit den Ölmanagern. "Wir haben sozusagen eine Vereinbarung getroffen. Sie werden Hunderte von Milliarden Dollar investieren und Öl fördern – das ist gut für Venezuela und großartig für die Vereinigten Staaten. Es wird viel Geld verdient werden." Wie genau diese Vereinbarung aussieht, ließ Trump allerdings offen.

Während die großen Konzerne weiterhin skeptisch bleiben, hätten laut Reuters einige anwesende kleinere, unabhängige Unternehmen Bereitschaft gezeigt, in Venezuela zu investieren. Außerdem hätten die großen Rohstoffhändler Trafigura und Vitol auf Anfrage der US-Regierung bereits zugesagt, beim Verkauf des venezolanischen Öls zu helfen. Trafigura werde schon in der kommenden Woche das erste Schiff beladen, erklärte Firmenchef Richard Holtum bei dem Treffen mit Trump.

Insider berichten, dass die Ankündigung sofort hektische Aktivitäten ausgelöst hat, um Tankschiffe zu organisieren und den sicheren Abtransport des Rohöls zu ermöglichen. Das Öl wird in Venezuela oft in alten, schlecht gewarteten Tankern gelagert. Ein direkter Kontakt mit diesen Schiffen ist aus Haftungs- und Versicherungsgründen, selbst mit US-Lizenzen, problematisch. Auch die Lagertanks an Land sind seit Jahren nicht mehr gewartet worden. Reedereien überlegen nun, ihre Aktivitäten für Schiff-zu-Schiff-Umladungen auszuweiten.

Venezuela verfügt mit rund 303 Milliarden Fass (je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik verarbeitet werden kann – mehrere Raffinerien an der US-Golfküste sind darauf spezialisiert. Trotz der riesigen Reserven ist die Ölindustrie in Venezuela am Boden. Der Wiederaufbau dürfte laut Experten Jahre dauern und Investitionen in Milliardenhöhe verschlingen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 10.01.2026, 13:20, 10.01.2026, 09:40
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