Die Zeiten, in denen US-Amerikaner abends gemeinsam die TV-Nachrichten einschalteten, scheinen vorbei zu sein. Online-Plattformen und digitale Persönlichkeiten haben klassische Medien als regelmäßige Nachrichtenquellen überholt.
Das zeigt eine landesweite Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos im Auftrag des Jordan Center for Journalism Innovation der University of Mississippi.
Wie heise.de berichtet, informieren sich rund 70 Prozent der Befragten in einer typischen Woche online. Das Fernsehen kommt nur noch auf 55 Prozent, Zeitungen folgen abgeschlagen mit 25 Prozent.
Besonders interessant: Konservative Politiker, allen voran Präsident Donald Trump, fungieren für viele Wähler als primäre Nachrichtenquellen. Sie kommunizieren direkt mit ihrer Basis und umgehen dabei die klassischen Filter der Redaktionen.
Auf der anderen Seite orientieren sich Wähler der Demokraten stark an Late-Night-Größen wie Jimmy Kimmel, Stephen Colbert und Jon Stewart, wenn es um die Einordnung des Weltgeschehens geht.
Bei den digitalen Plattformen sind Facebook und YouTube die unangefochtenen Schwergewichte. Dahinter folgen Instagram, X, TikTok und Reddit. Auf diesen Plattformen übertönen profilierte Meinungsführer und Comedians die Stimmen klassischer Journalisten.
Die Studie zeigt auch eine deutliche Kluft zwischen den politischen Lagern: Während ein Drittel der Demokraten noch auf Zeitungen vertraut, tun dies nur 18,5 Prozent der Republikaner. Diese Zersplitterung führt laut den Studienmachern dazu, dass US-Bürger Informationen zunehmend nach ihrem bestehenden Weltbild filtern.