Videoportale im Fokus

TikTok ja, WhatsApp nein – wo Social-Media-Verbot gilt

Österreich bringt ein Social-Media-Verbot unter 14. Für welche Plattformen das gelten soll, und was du weiter nutzen darfst. "Heute" hat die Details.
Angela Sellner
30.03.2026, 20:29
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Die politische Einigung auf ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige ist da. Bis Juni soll der entsprechende Gesetzesentwurf ausgearbeitet werden, verkündete die Regierung Ende vergangener Woche.

Es gehe um den Kinder- und Jugendschutz, erklärte Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) im "Heute"-Interview: "Wir sehen im Social-Media-Bereich eine große Abhängigkeit und Suchtgefahr." Hinzu käme ein enormer Druck auf junge Nutzer durch unrealistische "Vorbilder" in sozialen Netzwerken. Und es gehe um extremistische Inhalte, welche nicht selten zu Radikalisierung bereits im Kinderzimmer führen.

Video-Dauerschleifen im Fokus

Die Details der künftigen Regelung müssen freilich erst festgelegt werden. Dazu gehört die technische Umsetzung der Alterskontrolle, aber zuallererst auch, welche Plattformen von dem Verbot betroffen sein sollen.

„Diese Videos, wo man stundenlang scrollt – genau das wollen wir verbieten.“
Alexander PröllDigitalisierungs-Staatssekretär (ÖVP)

Im Fokus stehen hier Apps wie Instagram oder insbesondere TikTok, die ihre Nutzer mit kurzen Videos in Dauerschleife halten – aber auch ähnliche Plattformen, auf denen Inhalte öffentlich geteilt und durch Algorithmen verbreitet werden.

"Diese Videos, wo man stundenlang scrollt – genau das wollen wir verbieten", erklärt Pröll. Diese schnell wiederkehrenden Videos seien Angebote mit hohem Suchtpotenzial, vor denen man die unter 14-Jährigen schützen wolle.

Welche Plattformen es trifft

Klar dürfte also sein, dass die Altersbeschränkung für den größten Video-Kanal YouTube gelten wird, ebenso für TikTok und Instagram. Auch Facebook und Snapchat werden wohl betroffen sein, gleichfalls die Video-Plattformen Twitch und Reddit. Gelten wird das Verbot wahrscheinlich auch für X (vormals Twitter) und Threads.

Messenger bleiben erlaubt

Ausdrücklich nicht beschränkt werden soll die Nutzung von WhatsApp – über diesen Messenger laufe private Kommunikation unter Freunden und in der Familie, WhatsApp sei keine klassische Social-Media-Plattform mit öffentlicher Reichweite.

Der Facebook Messenger allein soll ebenso nicht betroffen sein. Auch die Messengerdienste Signal und Telegram werden dem Vernehmen nach nicht von dem Verbot umfasst. Wobei hinsichtlich Telegram und oftmals radikalen Inhalten noch diskutiert werden dürfte.

Was ist mit Gaming-Netzwerken?

Gaming-Dienste wie Roblox, die von Kids auch als soziales Netzwerk genutzt werden, bleiben zumindest in Australien, das am 10. Dezember 2025 als weltweit erstes Land ein Social-Media-Verbot für sogar unter 16-Jährige in Kraft gesetzt hat, außen vor. Wie Österreich mit solchen Spiele-Plattformen umgeht, wird laut involvierten Verhandlern noch diskutiert.

In Australien wurden jedenfalls gleich nach Inkrafttreten der Altersbeschränkung 4,7 Millionen Social-Media-Konten von unter 16-Jährigen gesperrt. Dass auf ein Verbot auch prompt Umgehungsversuche nach sich zieht, versteht sich...

{title && {title} } sea, {title && {title} } Akt. 30.03.2026, 22:25, 30.03.2026, 20:29
Jetzt E-Paper lesen