In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch endet die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. Wie es danach weitergeht, ist völlig offen. Eine US-Delegation soll dem Vernehmen nach demnächst in Islamabad eintreffen. In der pakistanischen Hauptstadt sollen womöglich weitere Friedensgespräche mit dem Mullah-Regime stattfinden.
Der Iran zieht zumindest eine Teilnahme an den Gesprächen in Erwägung. Am Montag war "zenith"-Chefredakteur Daniel Gerlach Studiogast von Armin Wolf in der ZIB2. Im Gespräch mit dem Anchor gab der Journalist eine Einschätzung über die Lage im Nahen Osten ab.
Auf mögliche Verhandlungen angesprochen, erklärte der Experte, dass der Iran nun wohl womöglich mit einer niederrangigeren Delegation anreisen könnte. Das würde wiederum die USA brüskieren. Gerlach machte aber auch klar, dass es sich im Iran um ein "fragmentiertes Regime" handle. Hier müsste auch interne Überzeugungsarbeit geleistet werden.
Armin Wolf fragte, ob man denn wisse, wer im Iran das Sagen habe. Denn der neue Mullah hätte sich öffentlich bislang nicht gezeigt. Das könne an einer möglichen Verletzung liegen, so Gerlach. Dennoch sei die Maschinerie im Iran "gut geölt". Etwaige interne Differenzen – etwa von Regierung und Revolutionsgarden – könnten nach außen hin auch strategischen Nutzen haben.
Doch wie könnte ein Deal nun aussehen? Die USA fordern eine Öffnung der Straße von Hormus, ein Ende des Atom- sowie des Raketenprogramms. Die größten Chance für gebe es am ehesten noch beim Atomprogramm. So könnte sich der Iran etwa verpflichten, auf die Urananreicherung zu verzichten.
Die Schließung der Straße von Hormus im Verteidigungsfall sei internationales Recht. Darauf werde sich der Iran auch künftig berufen und eine Aufgabe des Raketenprogramms ist für Gerlach ohnehin nur schwer vorstellbar.