Die USA könnten den laufenden Iran-Krieg zum Anlass nehmen, um ihre militärische Präsenz im Nahen Osten grundlegend zu überarbeiten. Im Pentagon wird laut Medienberichten bereits ein möglicher Truppenabzug aus der Region analysiert.
Derzeit sind rund 40.000 US-Soldaten im Nahen Osten auf fast 20 Stützpunkten stationiert. Die größten davon liegen am Persischen Golf, in direkter Nachbarschaft zum Iran. In Bahrain befindet sich das Hauptquartier der 5. Flotte, in Kuwait wichtige Stützpunkte von Armee und Luftwaffe.
Wie n-tv unter Berufung auf die Washington Post berichtet, wurden die US-Truppen am Persischen Golf besonders hart von iranischen Schlägen getroffen. Nach Pentagon-Angaben kamen dabei 14 Soldaten ums Leben, mehr als 400 wurden verletzt. Über 200 US-Einrichtungen wurden durch Drohnen- und Raketenangriffe zerstört oder beschädigt.
Zur Abwehr der iranischen Attacken wurden im großen Stil teure Flugabwehrraketen eingesetzt. Die Lagerbestände der US-Truppen sind hinsichtlich der Munition für Patriot- und THAAD-Systeme deutlich dezimiert.
Die durch die iranischen Angriffe verursachten Schäden ermöglichen dem US-Militär nun einen vergleichsweise einfachen Abbau der Präsenz in der Region. Das Verteidigungsministerium hat bereits signalisiert, dass möglicherweise nicht alle US-Basen weiter verwendet werden sollen.
Eine offizielle Anordnung zur Evaluation der Truppenkontingente durch Verteidigungsminister Pete Hegseth gibt es bisher nicht. Vorläufig handelt es sich um eine Analyse des Policy-Büros des Pentagon. Auch das U.S. Central Command befasse sich mit dem Sachverhalt.
Der Konflikt im Nahen Osten spitzt sich derweil weiter zu. Der Iran hält die Blockade der Straße von Hormus aufrecht, während US-Präsident Donald Trump mit weiteren Angriffen droht.