Das Weiße Haus rechnet damit, dass es bald eine Ankündigung zu neuen US-Zöllen für internationale Handelspartner geben wird. Der Handelsbeauftragte Jamieson Greer wolle sich "sehr bald" dazu äußern, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, in Washington. Laut ihren Angaben sollte Greer noch am Donnerstag (Ortszeit) etwas bekanntgeben. Am Freitag läuft ein weltweiter Sonderzoll von zehn Prozent auf US-Importe aus.
Präsident Donald Trump hatte diesen zehnprozentigen Aufschlag vorübergehend eingeführt, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA im Februar den Großteil seiner ursprünglichen Zölle aufgehoben hatte.
Greer hatte schon Anfang Juni erklärt, die Trump-Regierung wolle nach dem Auslaufen des aktuellen Sonderzolls neue Zölle von zehn bis 12,5 Prozent gegen etwa 60 Länder einführen. Als Begründung nennt Washington unter anderem, dass die internationalen Handelspartner nicht entschlossen genug gegen Zwangsarbeit vorgehen.
In der Europäischen Union ist Zwangsarbeit verboten. Washington wirft den Europäern aber vor, dieses Verbot nicht ausreichend durchzusetzen. Deshalb hat Greer der EU einen reduzierten Sonderzoll von zehn Prozent in Aussicht gestellt.
Der Vorsitzende des Ausschusses für Internationalen Handel im Europaparlament, Bernd Lange (SPD), forderte die Trump-Regierung auf, den Zollsatz nicht noch weiter zu erhöhen. Die Verhängung einer EU-Rekordstrafe gegen den Google-Konzern dürfe "kein Vorwand für US-Zoll-Vergeltung sein", so Lange. Wegen Wettbewerbsverstößen hatte die EU erst am Donnerstag Geldstrafen von insgesamt 890 Millionen Euro gegen den US-Technologiekonzern verhängt.