Die USA werfen China vor, sein Atomarsenal "massiv" aufzustocken. Der US-Staatssekretär für Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung, Christopher Yeaw, hat am Montag bei der Genfer Abrüstungskonferenz erklärt, das ausgelaufene Abkommen "New Start" habe "das beispiellose, absichtliche, schnelle und undurchsichtige Aufrüsten Chinas mit Atomwaffen nicht berücksichtigt".
China habe somit "sein Atomarsenal absichtlich und ohne Einschränkung massiv" ausbauen können. Yeaw hat auch betont, dass die USA weiterhin fordern, China in ein neues Abrüstungsabkommen einzubinden – Peking lehnt das allerdings ab.
Laut US-Regierungsvertretern glauben die USA, "dass China in den nächsten vier oder fünf Jahren Parität erreichen könnte", wie Yeaw sagte. Genauere Details hat er dazu aber nicht genannt. Nach Einschätzung von Fachleuten verfügen sowohl Russland als auch die USA über mehr als 5.000 Atomwaffen.
Das "New Start"-Abkommen ist am 5. Februar ausgelaufen. Es wurde im April 2010 unterschrieben und sah vor, dass die USA und Russland ihre atomaren Sprengköpfe auf jeweils maximal 1.550 reduzieren. Außerdem wollten beide Länder ihre Trägerraketen und schweren Bomber auf höchstens 800 beschränken.