Die UV-Strahlung, die Sonnenbrand verursacht, ist in weiten Teilen Europas messbar stärker geworden. Das zeigt eine neue Studie, die Daten von 40 europäischen Messstationen aus dem Zeitraum 2013 bis 2022 ausgewertet hat.
An 26 dieser 40 Stationen wurde ein statistisch signifikanter Anstieg der sonnenbrandwirksamen UV-Tagesdosis festgestellt. Im Median lag die Zunahme bei etwa 1,16 Prozent pro Jahr - auf das gesamte Jahrzehnt gerechnet ergibt das einen Anstieg von 11,2 Prozent.
Wie scinexx berichtet, haben Alois Schmalwieser von der Veterinärmedizinischen Universität Wien und Sebastian Lorenz vom deutschen Bundesamt für Strahlenschutz gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam die Daten analysiert.
Als wichtigster Grund für den Anstieg gilt die abnehmende Bewölkung über Europa. Die Muster der UV-Zunahme decken sich laut den Forschern mit Trends der globalen Solarstrahlung aus Satellitendaten. Besonders hohe Zuwachsraten gab es in den Monaten Januar, Februar, Juni und Oktober.
Für die Gesundheit bleiben jedoch die Sommermonate entscheidend, weil die UV-Strahlung dann am stärksten ist. Die Forscher betonen, dass ein Anstieg der UV-Dosis nicht automatisch mehr Hautkrebsfälle bedeutet. Individuelle Faktoren wie Alter, Hauttyp, Aufenthaltsdauer im Freien und Schutzverhalten spielen ebenfalls eine große Rolle.