Wenn der Irak in der Nacht auf Mittwoch gegen Norwegen und Superstar Erling Haaland in die Weltmeisterschaft startet, werden viele Augen auf Aymen Hussein gerichtet sein. Der 30-Jährige gilt als einer der größten Fußball-Helden seines Landes – seine Geschichte bewegt jedoch weit über den Sport hinaus.
Hussein musste bereits als Kind einen schweren Schicksalsschlag verkraften. Mit nur zwölf Jahren verlor er seinen Vater durch ein Gewaltverbrechen. "Er ging einkaufen, um Baumaterialien für unser neues, im Bau befindliches Haus zu besorgen. Wenige Stunden später erhielten wir einen Anruf mit der Nachricht: Ihr Vater wurde getötet und seine Leiche befindet sich im Krankenhaus", erinnerte sich der Stürmer im Gespräch mit "Al Jazeera".
Zunächst habe die Familie die Nachricht nicht glauben können. Doch im Krankenhaus folgte die traurige Gewissheit. "Dann gingen wir ins Krankenhaus und fanden dort den Leichnam meines Vaters vor. Es war eine Katastrophe für uns alle", schilderte Hussein. Doch damit war das Leid seiner Familie noch nicht vorbei.
Einige Jahre später wurde sein Bruder entführt. Bis heute fehlt von ihm jede Spur. "Seitdem haben wir nichts mehr von ihm gehört", erzählte der Nationalspieler. Die Schicksalsschläge trafen Hussein so hart, dass er sogar darüber nachdachte, seine Fußball-Karriere aufzugeben.
"Ich habe beschlossen, mit dem Fußballspielen aufzuhören, um für meine Familie zu sorgen, aber meine Mutter hat sich geweigert. Sie hat mich gebeten, weiterzuspielen." Dieses Anliegen seiner Mutter sollte alles verändern. Hussein blieb dem Fußball treu und führte den Irak schließlich auf die größte Bühne des Sports.
Vor der WM musste der Stürmer noch eine weitere Hürde meistern. Bei der Einreise in die USA wurde er von den Behörden stundenlang befragt. Inzwischen ist auch dieses Kapitel abgeschlossen.