Der Sparkurs der Stadt Wien trifft jetzt auch die Belegschaft der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) mit voller Wucht. Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, wurden Mitarbeiter beim Frühwarnsystem des AMS gemeldet – eine Maßnahme, die dem Gesetz nach bei größeren Personalabbaumaßnahmen vorgeschrieben ist.
Die VBW bestätigten auf APA-Anfrage, dass man "alle Bereiche evaluiert und das Unternehmen ganzheitlich betrachtet" habe. Genaue Zahlen zu den gemeldeten Mitarbeitenden wurden jedoch nicht genannt. Bereits im Dezember hatte VBW-Geschäftsführer Franz Patay angekündigt, betriebsbedingte Kündigungen möglichst vermeiden zu wollen – durch Umschulungen, Qualifizierungsangebote oder den Verzicht auf Nachbesetzungen.
Nun deutet vieles darauf hin, dass es dennoch zu Personalabbau kommen könnte. Derzeit werde ein Sozialplan ausgearbeitet. Die Anmeldung beim AMS sei "eine gesetzlich vorgesehene Maßnahme, keine Vorentscheidung über konkrete Schritte", so eine Sprecherin der VBW gegenüber der Zeitung.
Franz Patay betont gegenüber der APA: "Oberstes Ziel bleibt, die Auswirkungen für die Belegschaft so gering wie möglich zu halten, die Mitarbeiter*innen zu schützen und den Spielbetrieb und die künstlerische Qualität zu erhalten."
Bereits vor einigen Wochen hatte die Ankündigung der Schließung der Kammeroper für Aufregung gesorgt. Der traditionsreiche Standort soll ab Herbst nicht mehr bespielt werden – ebenfalls ein Resultat der von der Stadt Wien verordneten Subventionskürzung um fünf Millionen Euro.
Wie tief der Sparkurs die Wiener Theaterlandschaft noch trifft, ist offen. Die Richtung scheint klar – und sie führt nicht auf die Bühne, sondern hinter den Vorhang.