Am Freitag (ab 17.45 Uhr im Live-Ticker) kommt es in Rio de Janeiro zwischen Deutschland und Frankreich zum großen Kracher im WM-Viertelfinale. DFB-Teamchef Joachim Löw bereiten etliche verkühlte Spieler sowie die Diskussion rund um Philipp Lahm Kopfzerbrechen. Didier Deschamps, Frankreichs Chefcoach, gibt sich zurückhaltend.
Am Freitag (. DFB-Teamchef Joachim Löw bereiten etliche verkühlte Spieler sowie die Diskussion rund um Philipp Lahm Kopfzerbrechen. Didier Deschamps, Frankreichs Chefcoach, gibt sich zurückhaltend.
Vor dem Duell mit Deutschland wurde in den französischen Medien vor allem eine Revanche für 1982 gefordert. Damals verloren "Les Bleus" im WM-Semifinale nach 3:1-Führung noch im Elferschießen. In Erinnerung blieb aber vor allem das brutale Foul von DFB-Goalie Toni Schumacher an Patrick Battiston, das dem Franzosen einen angebrochenen Halswirbel, ausgeschlagene Zähne und eine Gehirnerschütterung einbrachte.
"Das war ein grausames Ende, von dem wir heute noch reden. Aber meine Spieler waren damals noch nicht geboren. Ich werde deshalb nicht darüber sprechen, das ist nur für Veteranen interessant", meinte Deschamps. Den letzten Sieg gegen eine DFB-Auswahl bei einer WM feierte Frankreich 1958. Die Länderspielbilanz weist aber ein Plus für die Franzosen aus (11 Siege, 6 Remis, 8 Niederlagen).
Deschamps verfällt nicht in Euphorie
"Heute"-Experte Frenkie Schinkels . Viele Experten machten die "Grande Nation" auch zum Top-Kandidaten für den Titel. "Wir dürfen unser Selbstvertrauen nicht in Arroganz umschlagen lassen", warnt Deschamps. "Ich bin im Grunde ein pragmatischer und realistischer Mensch. Wir können träumen, aber die Realität ist, dass am Freitag Deutschland wartet."
Diskussion um Lahm
In Deutschland hat sich nach dem eine Diskussion rund um Kapitän Lahm entwickelt. Experten und die Öffentlichkeit sehen den Bayern-Spieler nicht wie von Löw eingesetzt im defensiven Mittelfeld, sondern als Außenverteidiger. "Ich bin einer von 80 Millionen Bundestrainern. Ich würde Lahm rechts hinten spielen lassen", meinte etwa Deutschlands Bundesinnenminister Thomas de Maiziere.
Außerdem wird Löw vorgehalten, sein Spielsystem sei zu wenig flexibel. Der Druck auf den Teamchef, der noch bis 2016 unter Vertrag steht wächst - von einem Schicksalsspiel ist die Rede "Oh nein, um Gottes Willen. Da gab es schon Spiele, die genauso wichtig waren", winkte der Ex-Austria- und Tirol-Trainer ab. In seinem Kader klagen gleich sieben Spieler über eine Erkältung, dennoch ist Löw optimistisch: "Ich weiß, dass unsere Mannschaft stark ist. Wir haben keine Angst."