2021 feierten die Sprintrennen anstelle des Qualifyings für den Großen Preis ihre Premiere. In der ersten Saison wurden Silverstone, Monza und Sao Paulo als Austragungsorte der ersten drei Sprintrennen über die Renndistanz von 100 Kilometer bestimmt. 2022 wurden neben Sao Paulo die Sprints in Imola und Spielberg angesetzt. Die Top Acht erhalten nun Punkte. Das sollte die Attraktivität des Rennens erhöhen.
In Spielberg blieb das Rennen über 24 Runden aber weitgehend ereignislos. Pole-Setter Max Verstappen zog schnell davon, auch weil sich die hinterherfahrenden Ferrari-Piloten Charles Leclerc und Carlos Sainz ein Stallduell lieferten. Abgesehen von der Aufholjagd des zweiten Red-Bull-Piloten Sergio Perez gab es kaum Spannung.
Im Fahrerlager wird durchaus darüber diskutiert, dass die Strecke in der Obersteiermark mit vielen Hochgeschwindigkeitspassagen nicht der richtige Ort für ein Sprintrennen sei. Österreich könnte also bereits in der kommenden Saison sein Zusatzrennen wieder verlieren. Und das, obwohl die Anzahl der Sprints in der Saison 2023 auf sechs Wochenenden verdoppelt werden soll.
"Wenn Verstappen vorne wegzieht, die Ferraris die einzige Action bieten, Mercedes im Niemandsland ist und dahinter DRS-Züge sind, kann das nie ein guter Sprint werden", meinte etwa Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Der "Silberpfeil"-Boss deutete an, dass Formel-1-Boss Stefano Domenicali in der kommenden Saison wohl andere Rennstrecken auswählen werde. "Er wird das Rennen auch gesehen haben und es in seine Überlegungen einbeziehen."
Zunächst muss allerdings erst die Aufstockung auf sechs Sprintrennen offiziell beschlossen werden.