Totally crazy! Der Wiener Extrem- und Eisschwimmer Josef Köberl ist rund um Manhattan geschwommen. Das Abenteuer hat mehr als acht Stunden gedauert.
Vor einigen Tagen sagte er bereits zu "Heute": "Ein bisschen verrückt bin ich, das ist Grundvoraussetzung – ohne dem geht es nicht."
Die sogenannte "20 Bridges Swim" ist eine der berühmtesten Freiwasserschwimm-Bewerbe der Welt. Für die rund 46 Kilometer lange Umrundung der Insel Manhattan (New York, USA) benötigte Köberl 8 Stunden und 19 Minuten. Die Wassertemperaturen lagen dabei zwischen 17 und 21 Grad.
Schon kurz nach dem Start wartete die erste große Herausforderung. Bei der Insel Mill Rock im East River entscheidet ein enges Zeitfenster darüber, ob die Strömung optimal genutzt werden kann.
"Mill Rock habe ich sogar rund eine halbe Stunde schneller als geplant erreicht. Das war wichtig für den weiteren Verlauf des Schwimmens", sagt Köberl.
Der East River zeigte sich von seiner rauen Seite. Wellen, wechselnde Strömungen und Kehrwasser machten die Strecke anspruchsvoll. Trotzdem kam der Wiener gut voran. Nach der elften Brücke lief es sogar besser als erwartet.
"Ab diesem Zeitpunkt lief es richtig gut. Zeitweise hatte ich das Gefühl, dass sogar eine Zeit unter acht Stunden möglich sein könnte", sagt der Extremsportler.
Besonders überrascht war Köberl von einer Seite New Yorks, die viele gar nicht kennen. "Viele Menschen verbinden New York mit Wolkenkratzern. Aber im Norden der Insel säumen große Grünflächen und unzählige Bäume das Ufer. Das war ein völlig anderes Bild als erwartet."
Doch die größte Herausforderung wartete erst zum Schluss. Nach mehr als vier Stunden erreichte Köberl den Hudson River. Dort wurde aus dem ohnehin schon verrückten Abenteuer ein echter Kraftakt.
„Ich war glücklich, erleichtert und müde“Josef KöberlExtremschwimmer
Die Strömung half zunächst kaum, gleichzeitig nahm der Gegenwind zu. Die Wellen wurden immer höher. Das Begleitboot wurde mehrfach von Wasser überspült und musste zwischenzeitlich abgepumpt werden. "Der Hudson River zieht sich enorm. Dazu kamen Fähren, Ausflugsschiffe und andere Boote. Teilweise schwamm ich einen regelrechten Zick-Zack-Kurs."
Trotz aller Schwierigkeiten erreichte Köberl schließlich den Pier A in Manhattan. "Ich war glücklich, erleichtert und müde. Manhattan ist ein besonderes Abenteuer. Die Distanz ist das eine – die Gezeiten, die Navigation und die Bedingungen machen diese Strecke aber zu etwas ganz Besonderem."
Für den Wiener war die Manhattan-Runde allerdings nur ein Zwischenschritt. Er verfolgt weiterhin das große Ziel, die legendären Ocean's Seven zu absolvieren. Bereits geschafft hat er den Ärmelkanal, die Straße von Gibraltar, die Cook Strait in Neuseeland und den North Channel zwischen Irland und Schottland.
Im August 2026 will Köberl den Catalina Channel vor Kalifornien durchschwimmen. Nur wenige Wochen später wartet mit der Tsugaru-Straße in Japan bereits die nächste große Herausforderung.