Durch verseuchtes Trinkwasser in Östersund (Schweden) sind nicht nur rund 2.500 Einheimische, sondern auch rund ein Dutzend Teilnehmer am Biathlon-Weltcupauftakt erkrankt - Ausfälle gibt es auch im österreichischen Team.
Im österreichischen Team laborierten heute Simon Eder, Christoph Sumann und Trainer Reinhard Gösweiner an den von Parasiten verursachten Magenproblemen und Durchfall. Laut offiziellen Angaben handelt es sich um mit Malariaerreger verwandte Kryptosporidien.
Entscheidung am Donnerstag
Sumann schien auf dem Weg der Besserung, doch bei Eder, bei dem die Symptome in der Nacht aufgetreten waren, war an ein Training nicht zu denken. Eine Entscheidung über ein Antreten im 20-km-Bewerb am Donnerstag sollte kurzfristig davor getroffen werden.
Krankheitsfälle gibt es auch in den Teams von Schweden, Frankreich und den USA. Weil die Inkubationszeit bis zu neun Tage beträgt, sind neue Fälle nicht auszuschließen. Die Behörden hatten am Freitag vor dem Genuss von nicht abgekochtem Wasser gewarnt.
Mögliches Umweltvergehen
Von den betroffenen Einwohnern Östersunds und der umliegenden Gemeinden mussten sich bis heute 20 in Spitalsbehandlung begeben. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen eines möglichen Umweltvergehens aufgenommen. "Wenn das hier zu einer Anklage führt, wird es eine sehr, sehr hohe Strafe geben", sagte der zuständige Staatsanwalt Christer B. Jarlös der Nachrichtenagentur TT.
Als mögliche Ursache gelten undichte Abwasserleitungen aus Betrieben. Dort hätten die Verantwortlichen möglicherweise "keine ausreichende Kontrolle mehr über ihre Aktivitäten", sagte ein Behördensprecher.
Kein Mineralwasser mehr
Als völlig unklar galt, wie schnell die Ursache der Trinkwasserverseuchung gefunden werden kann. Die insgesamt 45.000 Bewohner müssten sich "auf mehrere Wochen" einstellen, hieß es in Östersund. Besonders bitter: In ganz Östersund ist Mineralwasser in Flaschen bereits aufverkauft.
(APA/ red)