In Neunkirchen tritt Vizebürgermeister Marcus Berlosnig bei der bevorstehenden Gemeinderatswahl am 31. Mai 2026 mit einer eigenen Bürgerliste an. Die Gruppe nennt sich "Unabhängige Bürgerliste – Wir für Neunkirchen" (WfN).
Hintergrund für den Schritt ist ein innerparteiliches Zerwürfnis mit der Freiheitlichen Partei: Im Oktober 2025 waren Berlosnig und sechs weitere Gemeinderäte aus der freiheitlichen Partei ausgeschlossen worden, nachdem sie einem gemeinsam mit der ÖVP ausgehandelten Sparpaket für die Stadt zugestimmt hatten – entgegen der Linie der FPÖ-Landespartei. "Heute" berichtete damals über die Causa.
Berlosnig erklärt, er werde bei der Gemeinderatswahl am 31. Mai als Spitzenkandidat für "WfN" antreten. Weiteres Personal und Unterstützer sollen in den kommenden Wochen zur Liste dazustoßen. Gegenüber "Heute" erklärt Berlosnig: "Wir stehen weiterhin klar für freiheitliche Werte wie Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Hausverstand. Gleichzeitig wollen wir aber mit den alten, verkrusteten Parteistrukturen nichts mehr zu tun haben." Konkrete Parteizentralen oder Abhängigkeiten wolle man vermeiden und "nur Neunkirchen" in den Mittelpunkt stellen, so der Politiker.
Die inhaltliche Nähe zu den Freiheitlichen will Berlosnig nicht leugnen: "Im Rathaus werden wir inzwischen liebevoll 'die Hellblauen' genannt. Das passt eigentlich ganz gut." Er betont, seine Bewegung wolle verhindern, dass sogenannte fremde Mächte aus St. Pölten oder Wien sich in der Stadt wichtigmachen und bei der Entscheidung über unsere Zukunft einmischen.
Zentrale Themen der neuen Bürgerliste sollen zudem die Weiterführung des Budgetplans und die Innenstadtbelebung sein. In den kommenden Wochen und Monaten will die "WfN"-Truppe verstärkt mit der Bevölkerung im Gespräch bleiben.
Die Neuwahlen in Neunkirchen sind notwendig geworden, nachdem die Stadtregierung aufgelöst wurde und mehrere Mandatare aus SPÖ und Grünen ihre Sitze zurückgelegt hatten. Der Wahltermin wurde mit 31. Mai 2026 fixiert.