Ein Anbieter von Ferienlagern und -kursen mit Sitz in Wien stellte sich, wie berichtet, als verurteilter Sexualstraftäter heraus: Der Mann hatte sich als Betreuer an Kindern vergangen, seine Strafe abgesessen – und sich dann selbstständig gemacht. Als das "Bündnis Kinderschutz Österreich" den Fall publik machte, wurden sogar noch weitere Verdachtsmomente gegen ihn laut – es gilt die Unschuldsvermutung.
Keine Wunder jedenfalls, dass es viele Eltern mit der Angst zu tun bekamen und die bereits gebuchten Aufenthalte ihrer Kinder stornieren wollten. Doch leichter gesagt, als getan: In E-Mails an Kunden, die "Heute" vorliegen, spricht der Betreiber von einer "Hexenjagd" gegen ihn; für ein Storno gebe es keinen Grund und dieses sei gemäß der AGB auch ausgeschlossen.
Als Kulanzlösung wurde den Betroffenen nun eine Stornogebühr von 200 Euro angeboten – immer noch mehr, als diese zu zahlen bereit sind. Der Fall könnte demnächst sogar noch einmal vor Gericht gehen, denn der Camp-Leiter will rechtliche Schritte gegen das "Bündnis Kinderschutz" einleiten, spricht von Verleumdung.