Lewis Hamilton fühlt sich einsam an der Spitze der Formel 1. Er vermisst die Gegenwehr von Ferrari-Pilot Sebastian Vettel, der in der WM bereits 67 Punkte zurückliegt.
"Ich liebe es zu kämpfen, und am liebsten hätte ich noch mehr Rad-an-Rad-Duelle", betont Hamilton nach seinem 71. Grand-Prix-Sieg in Suzuka. "Zu sehen, wer zuerst einknickt, ist die ultimative Herausforderung. Die mentale Stabilität unter Druck. Ich mag das. Ich bin froh, dass wir einige solcher Momente hatten, zum Beispiel in Sotschi. Unsere Strategie ging nicht auf, aber so hatte ich zumindest die Möglichkeit, mein Können in solchen Drucksituationen zu zeigen."
Für Lewis Hamilton ist der Leistungsabfall von Vettel und Ferrari, die im Sommer noch über das schnellste Auto verfügten, nicht zu erklären. "Ich hätte auf keinen Fall erwartet, dass sie so sehr nachlassen", sagt der Engländer. "Sie haben viel an Leistung verloren."
Die PS-Welt rätselt: Warum fiel Vettel so zurück? Klar ist: Es gibt einen rätselhaften Power-Verlust bei Ferrari. Vor sechs Wochen in Spa zog Vettel auf der langen Geraden noch locker an Hamilton vorbei.
Die Leistungsexplosion zwischen 180 km/h und 260 km/h, die zeitweise bis zu fünf Zehntel pro Runde brachte, ist seit dem Singapur-Rennen aber verschwunden. Deshalb zieht Mercedes einsame Kreise an der Spitze, kam Red Bull näher an Ferrari heran.
PS-Insider vermuten, dass es einen Warnschuss der FIA gegeben haben könnte. Ändert nicht Legales am Ferrari, sonst gibt es richtig Ärger.
Von der italienischen Presse wird Vettel nach dem Rennen in Suzuka zerrissen. Die "Gazzetta dello Sport" schreibt von "Ferrari in Trümmern". "Strategen, die Fehler machen, ein schwächlicher Pilot, der aus seinen Fehlern nichts lernt, ein Teamchef, der die Mannschaft angreift, ein Auto unter Druck: Vor Monza konnte man sich einen derartigen Zusammenbruch Ferraris kaum vorstellen." (mh)