Erschreckende Zahlen

Viele Pflichtpraktika werden nicht entlohnt

Immer mehr Studierende absolvieren Pflichtpraktika – doch besonders im Gesundheits- und Sozialbereich bleibt eine faire Bezahlung oft aus.
Newsdesk Heute
21.07.2026, 10:00
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Für zahlreiche Studierende gehört ein Praktikum zum Sommer dazu. Besonders Pflichtpraktika sind mittlerweile ein fixer Bestandteil vieler Ausbildungen – etwa im Gesundheitswesen, im Lehramtsstudium oder in der Medizin.

Laut einer aktuellen Sonderauswertung der Studierenden-Sozialerhebung 2025 im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) hat bereits knapp jede zweite Person seit dem Studienbeginn mindestens ein Praktikum absolviert. Während freiwillige Praktika leicht rückläufig sind, steigt der Anteil verpflichtender Praktika stetig an.

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Wie wien.arbeiterkammer.at berichtet, erhalten Studierende bei Pflichtpraktika jedoch nur selten eine Bezahlung. Vier von fünf freiwilligen Praktika werden entlohnt, aber weniger als ein Drittel der Pflichtpraktikantinnen und -praktikanten erhält Geld dafür.

Frauen besonders betroffen

Im Gesundheits- und Sozialbereich bleiben 78 Prozent der Pflichtpraktika unbezahlt, in der Medizin sind es 77 Prozent und im Lehramt 73 Prozent. Gerade in diesen Bereichen, wo praktische Erfahrung essenziell ist, arbeiten viele Studierende ohne Entlohnung.

Frauen sind von dieser Ungleichbehandlung besonders betroffen: Sie absolvieren häufiger Pflichtpraktika, werden aber seltener bezahlt. Während 42 Prozent der Studentinnen ein bezahltes Praktikum machen, sind es bei den Studenten 63 Prozent. Auch innerhalb einzelner Studienrichtungen zeigen sich deutliche Unterschiede.

Auslandspraktika meist ohne Unterstützung

Auch Praktika im Ausland sind selten gefördert. Zehn Prozent der Studierenden sammeln internationale Praxiserfahrung, doch drei Viertel davon organisieren und finanzieren ihren Auslandsaufenthalt selbst. Das europäische Förderprogramm Erasmus+ unterstützt nur rund jedes fünfte Auslandspraktikum.

Die Arbeiterkammer fordert mehr rechtliche Absicherung und verpflichtende Entlohnung für Pflichtpraktika. Auch schriftliche Verträge, bessere Unterstützung bei der Praktikumssuche sowie ein größerer Fokus auf arbeitsrechtliche Grundlagen während der Ausbildung werden als dringend notwendig erachtet.

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.07.2026, 10:00