Die Zahl der ausländischen Studierenden an Österreichs Universitäten steigt weiter massiv an. Im vergangenen Studienjahr gab es exakt 31.187 Studienanfänger aus dem Ausland, aber nur 20.484 mit österreichischer Staatsbürgerschaft.
Damit setzt sich ein Trend der vergangenen Jahre fort, wie eine Auswertung der wirtschaftsliberalen Agenda Austria zeigt. Die Zahl heimischer Studienanfänger stagniert, jene der ausländischen Studierenden steigt dafür umso deutlicher.
Zum Vergleich: Im Studienjahr 2020/2021 betrug das Verhältnis noch 24.324 Österreicher zu 20.349 Nicht-Österreichern. Das war gleichzeitig das bisher letzte Jahr, in dem es mehr heimische Studienanfänger gab. Noch extremer das Verhältnis 2009/2010: Damals standen 32.299 Studienanfänger aus dem Inland "nur" 19.305 aus dem Ausland gegenüber.
Die Agenda Austria hält in diesem Zusammenhang fest, dass das Studieren in Österreich "praktisch kostenlos und für jeden zugänglich" sei: "Abgesehen vom überschaubaren Beitrag zur Hochschülervertretung von 26,20 Euro pro Semester tragen Studierende hierzulande so gut wie nichts zur Finanzierung ihrer Ausbildung bei", sagt Agenda-Ökonomin Carmen Treml.
Nur Langzeitstudierende und Studierende aus Drittstaaten müssten eine Studiengebühr bezahlen. Auch diese Beträge in der Höhe von 363,36 bzw. 726,73 Euro pro Semester seien im internationalen Vergleich sehr niedrig. Das schlage sich eben auch in den Zahlen der Studienanfänger nieder, interpretiert die Expertin die Auswertung.
Sie merkt auch an, dass viele der neu Eingeschriebenen ihr Studium nie abschließen und jene, die abschließen, danach das Land wieder verließen. "Während Österreich als Studienort durchaus attraktiv ist, lockt der Arbeitsmarkt nicht mit wahnsinnig attraktiven Rahmenbedingungen", so Treml.
Die Devise müsse daher lauten: "Studiengebühren rauf, Kosten auf den Faktor Arbeit runter." Die Ökonomin formuliert es plakativ: "Dass die alleinerziehende Billa-Verkäuferin mit ihrer Steuerleistung das knapp 300.000 Euro teure Zahnmedizinstudium des Sprösslings einer deutschen Arztfamilie mitbezahlt, damit dieser später die elterliche Praxis in München übernehmen kann, ist weder sozial noch fair."