Ökonomin fordert Gebühren

Uni-Report: Ausländische Studienanfänger in Überzahl

Zahlen von den öffentlichen Unis Österreichs lassen aufhorchen: 2024/25 war die Zahl der ausländischen Erstsemestrigen um 10.703 Personen höher.
Newsdesk Heute
03.07.2026, 13:46
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Ausländische Studienanfänger sind an Österreichs öffentlichen Universitäten in der Überzahl. Das zeigt eine Auswertung der Agenda Austria, die sich auf Zahlen der Statistik Austria bezieht. Das Problem: Studienplätze kosten das Land viel Geld.

So fallen für einen Medizin-Studienplatz 60.000 Euro pro Jahr an, 5.000 bis 10.000 Euro sind es bei Geistes- und Sozialwissenschaften. Bleiben die ausländischen Studierenden nach ihrem Abschluss nicht im Land, kann Österreich aus ihnen auch keinen volkswirtschaftlichen Nutzen ziehen.

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Deutsche als größte Gruppe

Deutlich wird die Trendwende an den Unis, wenn man die Studienjahre miteinander vergleicht. So waren inländische Studenten 2016/17 noch mit 3.722 Personen in der Überzahl. Im Studienjahr 2021/22 folgte dann der Umbruch. Hier war die Zahl der Ausländer um 2.416 Studenten höher als die der Inländer. Noch deutlicher waren die Zahlen aus dem Jahr 2024/25. Da waren ausländische Erstsemestrige bereits um 10.703 Personen in der Überzahl.

Die meisten ausländischen Studienanfänger kommen aus Deutschland. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, wurden Fachhochschulen und Privatuniversitäten in der Statistik aber nicht erfasst. Würde man diese einbeziehen, wären die Zahlen in etwa ausgeglichen.

So viele verlassen Österreich

Bei den ordentlichen Studienabschlüssen haben die Österreicher dann aber wieder die Nase vorn, auch wenn die Zahl der ausländischen Absolventen zunimmt. Doch wie viele der ausländischen Studenten arbeiten danach auch wirklich in Österreich? Hierzu gibt es leider keine eindeutigen Zahlen. Doch Untersuchungen der Wirtschaftskammer und der Central European University aus dem Jahr 2025 bieten einen ungefähren Ausblick.

Dazu wurden Master-Absolventen des Jahrgangs 2022/23 befragt. Davon hatten 53 Prozent Österreich wieder verlassen. Laut der Wirtschaftskammer hätten allerdings drei Viertel davon zunächst versucht, hierzulande einen Job zu finden. Als Hindernisse wurden Bürokratie, Schwierigkeiten beim Berufseinstieg und Sprachbarrieren genannt.

Ökonomin für Studiengebühren

Bei der Agenda Austria zeigt man sich aufgrund der aktuellen Zahlen alarmiert. Die Ökonomin und Bildungsexpertin Carmen Treml sieht dringenden Handlungsbedarf und erwägt drastische Maßnahmen. So solle man sich überlegen, ob Studieren in Österreich gratis bleiben könne. Die Alternative wäre, sich zu überlegen, wie man ausländische Uni-Absolventen im Land halten könne, damit Österreich einen Mehrwert aus ihnen ziehen könne.

Doch wie viel soll dann ein Studienplatz in Österreich kosten? Treml denkt etwa an eine Gebühr, wie sie schon an Fachhochschulen besteht. Dies wären 363,36 Euro pro Semester – sowohl für In- als auch für Ausländer.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 03.07.2026, 13:49, 03.07.2026, 13:46
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