Interne Chatnachrichten sorgen derzeit für Wirbel bei der Gewerkschaft GPA. Nach Bekanntwerden der Inhalte zog die Organisation personelle Konsequenzen und kündigte weitere Maßnahmen an.
Wie die "Krone" berichtet, stammen die geleakten Screenshots aus einer Chatgruppe von Jungfunktionären aus dem Jahr 2022. Die Gruppe war ursprünglich als organisatorisches Hilfsmittel für einen mehrtägigen Ausbildungskurs der GPA-Jugend gedacht.
Den Recherchen zufolge wurden in der Gruppe zahlreiche frauenverachtende und sexualisierte Memes geteilt. Die Inhalte sollen laut Bericht auch von hochrangigen Funktionärinnen mitgelesen worden sein, darunter eine Bundesjugendsekretärin sowie eine oberösterreichische Regionalsekretärin und Betriebsrätin.
Die GPA erklärte, erst durch die aktuelle Medienanfrage von den Vorgängen erfahren zu haben. In einer Stellungnahme bezeichnete die Gewerkschaft die Inhalte als "abstoßend". Sie stünden in klarem Widerspruch zu den Werten der Organisation.
Die Gewerkschaft reagierte nach eigenen Angaben umgehend. Zwei Mitarbeiterinnen, die sich in der Chatgruppe befanden, wurden mit sofortiger Wirkung gekündigt. Eine dritte Person steht laut GPA bereits nicht mehr in einem aktiven Dienstverhältnis.
Darüber hinaus kündigte die Gewerkschaft eine umfassende interne Aufarbeitung an. Geplant sind unter anderem Schulungen für alle Beschäftigten der GPA-Jugend. Ziel sei es, künftig sensibler und konsequenter mit problematischen Inhalten umzugehen.
Die GPA entschuldigte sich bei ihren Mitgliedern und betonte, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholen dürfe.
Kritik kommt auch von der FPÖ. Generalsekretär Michael Schnedlitz erklärte: "Was sagt GPA-Chefin Barbara Teiber dazu? Hier muss es noch härtere Konsequenzen geben. Wer Frauen und Behinderte derart übel verspottet und diffamiert, ist nicht geeignet, um in der Politik aktiv zu sein – auch nicht auf der Nachwuchsebene."