Ganze 13 Jahre lang war Peter Kaiser Landeshauptmann von Kärnten, im Frühling hat er das Amt an Daniel Fellner (SPÖ) übergeben. Dieser weilt aktuell in Wien, um der Bundesregierung ein Forderungspapier zu übergeben. Gefordert wird darin etwa mehr Geld für Rettungsdienste und Verkehr.
Nichts hält er von dem Vorschlag, dass Bürger sich künftig gegen Naturkatastrophen privat versichern sollen. Genau dafür gäbe es Steuern. Im Ö1-Interview spart er aber auch nicht mit Kritik an der eigenen Partei, etwa wenn es um die Wehrpflicht-Debatte geht. So spricht er sich gegen die vorgeschlagenen Übungen für Zivildiener aus ("Die Sinnhaftigkeit hat sich mir noch nicht erschlossen") und würde stattdessen auch hier eine Verlängerung begrüßen.
Aber damit nicht genug. Die SPÖ finde derzeit kein passendes Rezept, um Wahlen zu gewinnen, schließt er sich der Fragestellung an. Kein SPÖ-Landesparteivorsitzender kann mit den Umfragewerten derzeit zufrieden sein, das müsse man ernst nehmen.
Die Art und Weise, wie die SPÖ Politik mache, sei grundsätzlich gut für die Menschen in Österreich. Wenn diese das aber nicht so sehen, "dann haben wir ein gravierendes Problem". Er sei sich nicht sicher, ob die Partei auf Bundesebene diese Ernsthaftigkeit erkannt hat.
Als ersten Schritt müsse man analysieren, warum bei den Menschen die klare sozialdemokratische Handschrift der Bundesregierung und die Erleichterungen nicht wahrgenommen werde. "Bevor wir das nicht machen, werde ich von Wien keinen Rückenwind bekommen, dessen bin ich mir bewusst."
Und wie geht es mit Peter Kaiser weiter? Immer wieder wird er als Kandidat für die Bundespräsidentenwahl, die 2028 ansteht, genannt. "Aus meiner Sicht wäre Peter Kaiser die beste Wahl."