Ein Moment, der seine Karriere beinahe beendet hätte. Jonathan Klinsmann krachte im April auf dem Fußballplatz mit einem Gegenspieler zusammen, brach sich einen Halswirbel. Monatelang war an Sport nicht zu denken.
Seit dem Horror-Unfall im April stabilisieren vier Schrauben den Nacken des 29-Jährigen. Dauerhaft sollen sie dort allerdings nicht bleiben. Gegenüber der "Gazzetta dello Sport" kündigt Klinsmann bereits den nächsten Eingriff an.
"In vier Monaten werde ich mich einer weiteren Operation unterziehen, um die vier Schrauben in meinem Nacken entfernen zu lassen." Wie ernst die Situation war, zeigt ein Rückblick auf den 18. April. Im Zweitliga-Duell zwischen Cesena und Palermo (0:2) kollidierte der Torhüter mit Gegenspieler Filippo Ranocchia.
Klinsmann bemerkte unmittelbar nach dem Zusammenstoß, dass etwas überhaupt nicht stimmte. "Zum Glück habe ich den Innenverteidigern gesagt, sie sollen den Ball festhalten, weil ich meinen Hals nicht bewegen konnte. Hätten sie mir den Ball zugespielt, hätte ich nicht einmal nach unten schauen können: Meine Muskeln verkrampften sich, um mich vor weiteren Verletzungen zu schützen", schilderte der Tormann.
Nach dem Spiel wurde der Keeper zunächst in ein Krankenhaus in Palermo gebracht. Die Untersuchungen bestätigten die schwere Verletzung: Klinsmann hatte sich einen Halswirbel gebrochen. Bereits am folgenden Tag ging es für die weitere Behandlung nach Heidelberg.
Besonders belastend war für Klinsmann der Moment, in dem auch seinem Vater und seiner Freundin das Ausmaß der Verletzung bewusst wurde.
"Der schwierigste Moment war im Krankenhaus, bei meinem Vater und meiner Freundin, als ihnen der Ernst der Lage bewusst wurde. Es war schwer, sie so zu sehen", gestand der 29-Jährige.
Drei Monate lang war Sport für den 29-Jährigen komplett tabu. Mittlerweile gibt es aber Fortschritte. Klinsmann hat die Erlaubnis bekommen, wieder vorsichtig mit dem körperlichen Aufbau zu beginnen.
Bis zu einem Einsatz im Tor ist es noch ein weiter Weg. Zunächst muss Klinsmann seine Fitness wieder aufbauen, anschließend wartet die nächste Operation. Trotzdem hat er sein Comeback bereits fest im Blick: "Am Ende der Saison werde ich wieder mit der Mannschaft trainieren, nächstes Jahr sehe ich mich dann wieder auf dem Platz."