Maximilian Wöber erzielte beim 3:1 gegen Union Berlin tief in der Nachspielzeit sein erstes Tor für Schalke, machte mit dem Endstand den Deckel drauf – und sorgte damit bei Trainer Miron Muslic nicht nur für Freude.
Denn eigentlich hätte Wöber bei dem entscheidenden Konter gar nicht vor dem gegnerischen Tor auftauchen sollen. Vom österreichischen Coach bekam der Verteidiger deshalb direkt eine Ansage gedrückt – mit reichlich Humor.
"Und dann geht der in die Box. Den schnappe ich mir, der kriegt noch was zu hören", scherzte Muslic nach Abpfiff. Dass sein Innenverteidiger mit nach vorne stürmte, bezeichnete der 43-Jährige mit einem kräftigen Augenzwinkern sogar als "absolute Frechheit".
Der Grund: Wöber war für die Restverteidigung eingeplant. Statt hinten abzusichern, schaltete sich der ÖFB-Star in der 103. Minute in den Konter ein und sorgte für die endgültige Entscheidung.
Für den 28-Jährigen ist der Treffer auch persönlich ein besonderer Moment. Wöber musste in den vergangenen Jahren immer wieder Rückschläge verkraften und verpasste fast die gesamte letzte Saison verletzungsbedingt.
Vor allem Knieprobleme bremsten den Verteidiger über längere Zeit aus. Auch Muskelverletzungen und weitere Blessuren warfen den ÖFB-Teamspieler wiederholt zurück. Nach seiner langen Leidenszeit kämpfte sich Wöber zurück auf den Platz und wagte schließlich bei Schalke einen Neustart.
Muslic sah in dem Erfolg den nächsten Beweis dafür, dass seine Mannschaft in der Bundesliga mithalten kann. "Wir sind in der Bundesliga angekommen, schon letzte Woche gegen die Bayern. Viele haben danach vielleicht gedacht, dass das ein One-Hit-Wonder war."
Gegen Union lieferte Schalke die nächste Antwort. Besonders die Mentalität seiner Spieler begeisterte den Österreicher an der Seitenlinie. "Wenn Spieler wie El-Faouzi und Tanaka in der 111. Minute noch mit einer Grätsche richtig reingehen und um diesen einen Augenblick fighten, da geht mir natürlich das Herz auf", schwärmte Muslic.