Der FC Barcelona war in den letzten Jahren das Maß aller Dinge im weltweiten Klubfußball. Einen großen Anteil daran hatte Josep Guardiola. Nach vier Jahren legte der 42-Jährige jedoch sein Amt nieder. Als Nachfolger präsentierten die Katalanen nicht etwa einen ausgewiesenen und über alle Grenzen hinaus bekannten Chefcoach, sondern Guardiolas Co Tito Vilanova. Die Trauerphase nach dem Trainerwechsel ist bereits beendet und mit dem Trainernovizen will Barca weiter Erfolg haben.
Obwohl Vilanova als langjähriger Wegbegleiter von Guardiola dasselbe Gedankengut besitzt und als Seelenverwandter gilt, zeichnen sich einige Veränderungen ab. Die mehr oder weniger erfolglose letzte Saison wird zu einem Gutteil der fehlenden Kadertiefe zugeschrieben. Im Sturm sucht man eine Alternative, da das Angriffsspiel zu stark von Superstar Lionel Messi abhängt.
Zwar hat Barcelona mit Cuenca und Tello zwei vielsprechende Talente in der Warteschlange, in wichtigen Spielen fehlt ihnen jedoch die Erfahrung. Hoffnung gibt die Rückkehr des verletzten David Villa, aber auch die EM-Leistungen von Cesc Fabregas. Im stürmerlosen Spielsystem des Europameisters agierte er falscher Neuner im Angriffszentrum durchaus erfolgreich, ließ die Formation somit als 4-6-0 erscheinen.
Den markanteren Schnitt dürfte allerdings die Verpflichtung von Jordi Alba nach sich ziehen. Dieser galt als bester Youngster der EM-Endrunde und wird bei Barca die Linksverteidigerposition ausfüllen. Damit löst sich die starke Asymmetrie auf, die durch das sehr offensiv angelegte Spiel von Dani Alves entstand. Denn Alba verkörpert einen ähnlichen Spielertyp wie der Brasilianer, war meist der einzige Akteur, der für die Breite im Spiel des spanischen Nationalteams sorgte.
Mit dieser Änderung zeichnet sich auch eine Abkehr von der Dreierkette, die Guardiola vor allem in der Schlussphase seiner Amtszeit präferierte, ab. War es bei dieser noch akzeptabel, dass in der Innenverteidigung mit Mascherano und Busquets phasenweise gelernte Mittelfeldspieler spielten, sucht man nun nach Alternativen zu Pique und dem alternden Puyol. Auf dem Radar hat man vor allem technisch starke Verteidiger, die gegebenenfalls auch aus der Tiefe heraus das Spiel lenken. Mit den ersten Angeboten – Mats Hummels, Thiago Silva, Javi Martinez – holte man sich jedoch Abfuhren ein.
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