Virologe hat schlimmen Corona-Countdown für Österreich

Es sei nur "eine Frage der Zeit", bis die Zahlen explodieren. 
Es sei nur "eine Frage der Zeit", bis die Zahlen explodieren. Tobias Steinmaurer / picturedesk.com
Die Entwicklung des Infektionsgeschehens bereitet immer mehr Sorgen. Laut dem Virologen Steininger befinden wir uns bereits in einer dritten Welle.

Die Zahlen steigen weiter. Grund zur Sorge bereitet nun allerdings die erneut wachsende Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern. Aus diesem Grund warnte unter anderem Gesundheitsminister Anschober bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. "Die aktuell vorliegenden Prognosedaten zeigen eine drohende starke Steigerung der Infektionen. Die riskanteren, weil ansteckungsstärkeren Mutations-Varianten sind auch bei uns in Österreich und drücken die Infektionszahlen nach oben." Zudem wies der Minister darauf hin, dass bei solch einer weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens geplante Öffnungsschritte - wie etwa die Öffnung der Schanigärten - nicht umgesetzt werden

Virologen und Experten zeigten sich indes schon davor besorgt und warnten bereits vor einigen Tagen vor weiteren Lockerungen. Angesichts der Entwicklung seit Mitte Februar drohe bei gleichbleibendem Trend sogar eine dritte Corona-Welle. 

Christoph Steininger, Virologe der MedUni Wien, geht nun einen Schritt weiter. Im Puls24-Interview mit Jakob Wirl sagte er, die dritte Welle sei schon da. Diese Ansicht begründet er folgendermaßen: "Wir sehen einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen innerhalb kurzer Zeit." Experten und Epidemiologen hätten ihre Prognosen beinahe täglich nach oben korrigieren müssen, fügte er hinzu. 

"Damit ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis wir noch höhere Werte sehen werden."

Laut Steininger wird ein "gesamtes Maßnahmenpaket" notwendig sein, um die dritte Welle brechen zu können. Keiner wolle einen weiteren Lockdown. Für das wirtschaftliche und soziale Leben sei dies nicht mehr tragbar. Als Beispiel für ein solches Maßnahmenpaket sieht er etwa die von der Stadt Wien geplanten Eintrittstestungen im großen Stil.

Auslastung in den Krankenhäusern 

Die Auslastung der Intensivstation sei "relativ zu sehen". "Ausgelastet sind unsere Intensivstationen fast die ganze Zeit, aber mit anderen Patienten als den Covid-Patienten." Der Virologe weist darauf hin, dass weniger Operationen und "andere akute Betreuungen" durchgeführt werden können, sofern die Belegung der Intensivbetten in den Krankenhäusern durch Corona-Patienten steigt. 

 "Das ist eigentlich das große Problem - dass andere wichtige Therapien auf der Strecke bleiben könnten."

Maßnahmen-Mix wäre notwendig

Der Anstieg der Zahlen sei gewiss auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurückzuführen, wie etwa dem vermehrten Testen, der Zirkulation von neuen Virusvarianten, die weitaus ansteckender sind und der Lockerung der Maßnahmen. Auch die "Ermüdung der Bevölkerung, dass man sich an Maßnahmen hält" sei ein Grund. "Alles Zusammen führt zu einem Anstieg der Infektionszahlen." 

Um ein weiteres solches Wachstum der Zahlen zu vermeiden, sei ein "guter Maßnahmen-Mix" notwendig. Als positives Beispiel führte er die kürzlich eingeführte FFP2-Maskenpflicht, die Eintrittstests, sowie die Austrittstests aus Risiko-Gebieten an. 

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