VKI rät vor Fußball-WM von Online-Sportwetten ab

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Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) nahm vor der Fußball-WM fünf Online-Wettanbieter (Admiralbet, bwin, Cashpoint, Tipico und William Hill) unter die Lupe. Aufgrund des ernüchternden Testresultats empfiehlt VKI-Geschäftsführer Franz Floss "gar nicht zu spielen".

fünf Online-Wettanbieter (Admiralbet, bwin, Cashpoint, Tipico und William Hill) unter die Lupe. Aufgrund des ernüchternden Testresultats empfiehlt VKI-Geschäftsführer Franz Floss "gar nicht zu spielen".

Sportwetten gelten in Österreich vor dem Gesetz als "Geschicklichkeitsspiel", deshalb unterliegen sie nicht der strengen Glückspielregelung. "Geschick ist zwar in der Tat gefragt, vor allem dann, wenn man sich von den Sportwetten wieder verabschieden will", erklärte Floss am Donnerstag bei der Präsentation der Ergebnisse in Wien. Lediglich bwin und Admiralbet bieten einen Button an, mit dem man sein Wettkonto auch wieder löschen kann. Bei den übrigen Anbietern muss man erst lange suchen bis man entsprechende Informationen bekommt.

VKI verklagt bwin

Besonders dreist geht bwin vor. Wer bei diesem Anbieter ein Jahr lang nicht spielt, muss sogar Verwaltungsgebühren in der Höhe von fünf Euro pro Monat bezahlen, außer der Nutzer fängt wieder zu spielen an. "Ein derartiges Vorgehen ist besonders für Spielsuchtgefährdete sehr problematisch. Nicht zuletzt deshalb haben wir nun Klage wegen aggressiver Werbung eingereicht", so Floss. Bei Cashpoint und Tipico wird das Guthaben an den Kunden überwiesen, wenn für 30 Monate keine Transaktionen aufgezeichnet wurden. Wird der Kunde aber nicht gefunden, wird das Geld an die Brancheneinrichtung "Lotteries and Gaming Authority" mit Sitz in Malta überwiesen.

Vorsicht vor Willkommensbonus

Der oft angebotene Willkommensbonus für neue Kunden (z.B.: Zahl 50 Euro ein und wir verdoppeln) ist mit Risiko verbunden. Entweder wird der Gewinn nur dann ausbezahlt, wenn man vorher das x-fache des Einsatzes gewettet hat, oder der Bonus kann nur im Online-Casino bei Roulette oder Black Jack eingesetzt werden. Weiters kritisieren die Tester, dass bei der Anmeldung Alter und Identität nicht geprüft werden, bei einer Auszahlung hingegen sehr wohl.

Floss Fazit: "Die Branche agiert mit fragwürdigen Methoden." Die Konsumentenschützer fordern eine Vereinfachung bei der Löschung oder Sperrung des Kontos, keine unvorhersehbaren Kosten bei der "Kontoführung", konsequente Überprüfung der Identität sowie Fair Play bei der Auszahlung der Gewinne.

Admiralbet wehrt sich

Admiral Sportwetten hat die Kritik des VKI zurückgewiesen, soweit sie das eigene Unternehmen betraf. So sei "weder genau recherchiert noch kontrolliert" worden, ob die genannten Punkte bzw. Anschuldigungen auch bei Admiral Sportwetten zutreffen würden. "Admiral Sportwetten offeriert seinen KundInnen keine Gratis-Willkommensboni", hieß es in der Stellungnahme. Es gebe kein Online-Casino-Angebot, und man berechne den Kunden auch keinerlei Kosten für die Wettkontoführung.

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